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Materialkosten und Lohnkosten: Ein Tauschkonzept

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Uploaded by on Jun 11, 2009

"Es geht nicht nur um Energieeffizienz, also möglichst wenig Energie für die gleiche Dienstleistung einzusetzen, weil das Ressourcen spart und auch Kosten spart, sondern wir müssen wissen, dass ganz viele Vorgänge bei der Produktion sowohl Material verschleißen, als auch Energie. Je mehr wir in der Produktion in Prozessen Produkte über lange Transportwege führen, desto mehr Energie wird eingesetzt. Manchmal mit dem Effekt, dass wir jede Menge Verschleiß produzieren, dass wir Kreislaufführung nicht ernsthaft berücksichtigen und dass wir am Ende des Produktionsprozesses eine ganze Reihe von ungenutzten Schadstoffen entweder an die Luft freigeben oder Filter einbauen müssen, aufpassen, dass wir das Wasser nicht vergiften, also am Schluss entstehen Reststoffe, die teuer entsorgt werde müssen. Es ist viel besser von Anfang an, bereits beim Input von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sehr klug im Design des Prozesses, aber auch der Produkte zu überlegen, wie kann man sowohl Material, als auch Energie einsparen. Durch neue, leichtere Produkte, durch die Vermeidung von Verschleiß, durch Kreislaufführung zum Beispiel. Nun die Kostenseite dieses Prozesses das ist enorm interessant, wenn man das Gewerbe sich anschaut, in Deutschland, im Durchschnitt ist der Kostenblock für Material ungefähr 40%, für das verarbeitende Gewerbe, der für Energie liegt nur bei 2%. D.h. der Materialkostenblock ist ungleich höher belastet die Wettbewerbsfähigkeit sehr viel mehr als der Energiekostenblock, über den wir reden, aber auch sehr viel mehr als der Lohnkostenblock. D.h. wir haben eine extrem ausufernde Debatte, manchmal wirklich skandalös, wie man Löhne drücken kann, um die Wettbewerbsfähigkeit zu halten, statt Tonnen und Kilowattstunden arbeitslos zu machen und erst mal die Materialkosten so zu reduzieren, wie es für die Wertschöpfung eigentlich notwendig ist. D.h. wir haben uns überlegt und viele andere mit uns, wie kann man ein Impulsprogramm Materialeffizienz auch als staatliche Aktivität definieren , die nun vor allen Dingen dem Mittelstand hilft diesen Materialkostenblock zu reduzieren. Also welche Art von Information braucht ein Mittelständler, welche Art von Betriebsuntersuchung ist notwendig, um Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe überall da wo sie nur Kosten verursachen und keine Wertschöpfung bringen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Und wenn man das systematisch machen und das ist auch mal ein einem großen Modell für die gesamte Volkswirtschaft gerechnet worden, dann könnten darauf fast eine Million zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, durch neue Geschäftsfelder, durch Beratungsaktivität und dadurch dass wir teuer Importe von Material ersetzen durch Wertschöpfungsaktivitäten im Inland und in der Region. Also das ist ein sehr viel versprechendes Signal und deswegen macht das Wuppertal Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes und des Umweltministeriums ein Großprojekt über drei Jahre mit 30 Partnern zusammen, wo wir systematisch nachschauen, wie können wir Potentiale, Leitideen, Leittechnologien identifizieren und Umsetzungsmechanismen schaffen, also auch Politikinstrumente, damit dieses unnötige Materialverbrauchspotential reduziert wird, Wettbewerbsfähigkeit gesteigert wird und auch neue Geschäftsfelder und Arbeitsplätze entstehen.

Category:

Nonprofits & Activism

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