Etwa 200 bunte, schuhkartongroße Zelte waren am Mittwoch, den 28. Oktober vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu sehen. Im Gegensatz zu wirklichen Flüchtlingslagern in Afrika oder Asien handelt es sich bei den Behelfsunterkünften am Brandenburger Tor um eine Kunst-Installation. Hermann Josef Hack hat das Klima-Flüchtlingslager entwickelt, um mit der Entwicklungsorganisation Oxfam auf die dramatischen Folgen des Klimawandels in den armen Ländern aufmerksam zu machen. Unter dem Banner „Gerechter Klimaschutz, Frau Merkel! Überleben ist nicht verhandelbar! protestierten der Künstler und Oxfam-Aktivisten für ein globales, gerechtes Klimaschutz-Abkommen. Interessierte konnten sich den ganzen Tag über die Aktion informieren und vom Künstler durch das Camp führen lassen.
Die Botschaft von Oxfam:
Die Bundesregierung gefährdet mit ihrer derzeitigen Haltung den Erfolg der UN-Klimaverhandlungen in Kopenhagen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel müssen sich beim EU-Gipfeltreffen am 29. und 30. Oktober in Brüssel nicht nur zu einer drastischen Reduzierung der eigenen Treibhausgas-Emissionen bekennen. Sie müssen auch eine angemessene finanzielle Unterstützung für die armen Länder zusagen, damit sich die Menschen dort an die Klimaschäden wie Dürren, Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen anpassen und zudem selbst mehr Klimaschutz betreiben können. Weitere Klima-Flüchtlingslager von Hack standen zeitgleich auch in weiteren europäischen Hauptstädten: Brüssel, Dublin, London, Madrid.
Die Politiker und Klimawissenschaftler legen in Kopenhagen fest, dass die globale Durchschnittstemperatur in den nächsten 100 Jahren um maximal 2 Grad steigen darf, außer an Wochenenden und in Biergärten. Für diese gilt die Obergrenze von 2,7 Grad, allerdings nur bis 23 Uhr. Die Gewerkschaften zeigten sich zufrieden über diese Nachbesserung seitens des IPCC.
Boeller0815 2 years ago