Im Jahr 1999, nicht lange vor ihrem Tod in Berlin, habe ich meine Uroma aus Bromberg, Bydgoszcz (Maps-Link: http://goo.gl/FKDUV) besucht und zu ihrem Leben befragt. Sie hat das gesamte 20. Jahrhundert erlebt, mit zwei Kriegen, Vertreibungen, Nazis, Kommunisten, der Teilung Deutschlands, der Blokade West-Berlins, dem Wirtschaftswunder West-Deutschlands und West-Berlins und der Wiedervereinigung Deutschlands. Sie hat ihre Ehemänner und Söhne überlebt und Familien zusammenwachsen und auseinanderfallen sehen. Im Grunde hat sie also ein exemplarisches Leben geführt.
Damals, als ich ihre Geschichte aufnahm, ging es mir eher um individuelles Material, vielleicht einfach nur, um die Geschichten der Familie zu bewahren. Inzwischen ist mit der Umwälzung, der Demokratisierung in den Medien ein neuer Aspekt hinzugekommen: individuelles und sozusagen unbedeutendes Leben wird für die Allgemeinheit wieder interessant und für Geschichtsschreibung relevant. Was meine Uroma hier erzählt, ist erst einmal nicht weiter der Rede wert: es geht um das Überleben auf dem Land, die Ernährung, Arbeit, Familiengründung, das banale Sterben, schließlich aber um die alltäglichen Begegnungen mit dem, was wir heute als große Geschichte immer noch zu bewältigen versuchen.
@Kaaaaaaaaaaaaarl - Ja, da bin ich jetzt auch froh drüber! Danke für den Kommentar.
KrappyKite 6 months ago
schön das du das dokumentiert und hochgeladen hast! sehr interessant :)
Kaaaaaaaaaaaaarl 6 months ago