La Bohème

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Uploaded by on Nov 9, 2011

Die Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins spricht eine eindeutige Sprache, wenn es um Puccinis „La Bohème" geht: 24 Inszenierungen mit 236 Aufführungen und insgesamt 181.360 erfassten Besuchern alleine in der Spielzeit 2008|2009 machen die Geschichte um Mimì, Rodolfo, Musetta, Marcello und die anderen armen, aber liebenswerten Gestalten aus dem Pariser Quartier Latin zu einer der erfolgreichsten Opern überhaupt. Auch die Popkultur befasst sich immer wieder mit dem Werk, sei es im Musical „Rent" oder dem Blockbuster „Moulin Rouge".

Aber was genau ist das Reizvolle an diesem in „quadri", also Bildern, gegliederten Werk, das durch die unglückliche Liebesgeschichte zwischen Mimì und Rodolfo zusammengehalten wird? „Ich kenne niemanden, der das Paris dieser Zeit so gut beschrieben hat wie Puccini in ‚La Bohème'", antwortete Claude Debussy auf diese Frage. Dann jedoch hätte das „Leben der Bohème"
bereits eine dicke museale Staubschicht; Reminiszenz alleine kann ein Werk nicht so lebendig halten.

Puccini schafft jedoch in seiner Oper ein Fenster zu einer Welt, die trotz ihrer äußerlichen Kälte einen völlig zeitlosen Blick auf die Empfindsamkeit und Verletzlichkeit der menschlichen Seele preisgibt. Eine Welt, in der leichtsinnige Albernheit und existentielle Bedrohung sich nicht nur abwechseln, sondern bedingen. Die Bandbreite der Gefühle und Stimmungen, die zwischen rauschenden Festen im Café Momus und den Geschehnissen in der kargen Künstlermansarde liegt, ist verblüffend und erschütternd zugleich.

Die Einflüsse des verismo, einer Periode des Realismus und Naturalismus in der Oper, sind in „La Bohème" offensichtlich, dennoch sind die Figuren auch künstlich im besten Wortsinne. Nicht weil die Geschichte so einmalig wäre, wird sie geliebt -- wenn man es genau betrachtet, ist das Gegenteil der Fall. Zur Folge hat das eine fast schon zwingende Identifikation mit den handelnden Personen.

Puccini setzt mit seiner musikalischen Umsetzung Maßstäbe. Er greift impressionistische Strömungen auf, spielt mit Formen und Motivik, analysiert und interpretiert die Handlung bis ins kleinste Detail musikalisch -- und verliert dabei dennoch nie die Publikumswirkung aus den Augen.

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  • Good to hear you my dear Rafael. It looks a very nice production!

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