Uploaded by h2onewsde on May 3, 2011
Wörtlich bedeutet es: „Weitergehen". Pesah, das jüdische Ostern, findet in diesem Jahr an dem Dienstag der von den Christen so genannten Heiligen Woche statt. Weitergehen, in ewiger Erinnerung an die Wunden, mit denen der Engel des Herrn alle Erstgeborenen der ägyptischen Familien tötete, die Juden aber verschonte. P. David Neuhaus: „Es ist sehr wichtig, denn es bezeichnet das Ende der Sklaverei der Juden unter den Ägyptern, um-- in gewissem Sinne -- sie in eine Sklaverei Gottes zu verwandeln. Sie sind frei in dieser Sklaverei, die die Anbetung Gottes ist. Das Volk ist aus Ägypten ausgezogen und hat das Geschenk der Freiheit gefeiert, in der sie dazu berufen sind, ein Volk wie kein anderes zu sein, dazu bestimmt, Gott zu verherrlichen und sein Wort in die Tat umzusetzen." In Jerusalem haben diese Tage noch einen ganzen besonderen Akzent für jene, die beschlossen haben, innerhalb der Mauern des alten Palästina zu bleiben. Es sind viele Pilger gekommen, um das Fest in der Heiligen Stadt zu verleben, das Gedächtnis zu begehen, das Symbol, das mehr als alles andere die Erinnerung an Gott lebendig hält. Und um Pesah mit der ganzen Familie zu erleben. P. David Neuhaus: „Das Schönste in Israel oder in irgendeinem anderen Teil der Welt ist dies: Die Familie versammelt sich mit dem Familienhaupt, der der Feier vorsteht, um den Tisch. Wir Christen haben in diesem Sinne viel zu lernen, denn wir haben nicht viele liturgische Feiern außerhalb der Kirche. Für die Juden hat Ostern in Jerusalem zu feiern einen tiefen Sinn: Bereits im Alten Testament waren die Juden dazu berufen, dreimal im Jahr hierher zu kommen." Mit fünf Tagen Abstand zum christlichen Ostern wird die Analogie der beiden Feste in dem Evangeliumstext deutlich, wo Jesus das Lamm Gottes genannt wird. P. David Neuhaus: „Die beiden Feste sind durch vieles miteinander verbunden. In beiden wird ein Lamm geopfert. Beim jüdischen Fest werden die Türen der Häuser mit dem Blut des Lammes bestrichen, damit der Engel des Todes vorübergeht. Für uns ist das Lamm, welches sich aufopfert, um uns vom Tode, der Dunkelheit und der Sklaverei zu befreien, Jesus Christus selbst." Verschiedene Ereignisse, in ihrem Sinn so ähnlich, die an eines erinnern: Gott hat keinen Menschen allein gelassen, er hat sie aus der Sklaverei befreit, zunächst aus der des Menschen, dann aus der des Todes.
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