Ein Film von Claas Riecken.
Nur noch etwa 800 Menschen sprechen das Sylter Friesisch, Sölring genannt. Seit Jahren wird
an verschiedenen Kindergärten Sylts Sölring an Kinder vermittelt, die fast alle Hochdeutsch als
Muttersprache haben. Die inzwischen verstorbene Sylterin Brunhilde Hagge erzählt, was dazu führte, daß
sie in den 1960er Jahren aufhörte, Friesisch mit ihren Kindern zu sprechen und daß sie dies als den größten
Fehler ihres Lebens ansah.
Kindergartenkräfte von heute kommen zu Wort, Touristen, Kinder und
Politiker. Ministerpräsidentin Heide Simonis wird gefragt, warum es nicht mehr und weiterführende Friesisch-Angebote an Schulen gibt. Daß das Sölring eine kulturelle Größe von deutschlandweitem Rang ist,
wird durch Aufnahmen aus der Widerstandsgedenkstätte in Berlin verdeutlicht, wo neben Stauffenberg und
anderen auch der im KZ gestorbene friesische Dichter Jens Mungard gewürdigt wird. Im Mittelpunkt steht jedoch die Arbeit in den Sylter Kindergärten, wo Kinder begeistert sagen: „Ik mai Sölring" (Ich mag Sylter Friesisch).
© ffnr 2004
20 Minuten
Originaltitel: Ik mai Sölring - Sylter Kinder lernen Friesisch
Deutsche Untertitel
Der Film-Professor und Regisseur Hark Bohm urteilt über den Film:
Ich habe den Film […] mehrfach angeschaut. Der Film transportiert sein Thema, die mögliche Renaissance der friesischen Sprache auf der Insel Sylt, vorbildlich zum Zuschauer. Der Film benutzt seine Mittel überdies geschickt, wenn er immer wieder fast unauffällig durch Landschaft und friesische Architektur die Sprache mit dem Ambiente verbindet, in dem sie gewachsen ist und fortleben soll.
Prof. Hark Bohm, Regisseur, 22. 8. 2004
MedienRiecken 9 months ago