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Grosse Reden und Rhetoriker: Helmut Schmidt Rede zur Schleyer Entführung

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Uploaded by on Dec 18, 2009

Diese im folgenden transkribierte Rede ist hervorragend aufgebaut. Man achte auf Beginn, Schluss, Verschärfungen, stilistische Stilmittel, direkte Ansprache der Terroristen und überhaus klaren Positionsbezug. Ein Beispiel einer ganz grossen Rede und auch ein Beispiel dafür, dass auch eine ab Blatt vorgetragene Rede eine Wirkung beim Publikum erreichen kann.

"Die Nachricht von dem Mordanschlag auf Hans Martin Schleyer und die ihn begleitenden Beamten und Mitarbeiter hat mich tief getroffen.
Nicht anders als die Nachricht die erst wenige Wochen zurück liegt vom Mordanschlag auf Jürgen Pontow, nicht anders die Morde an Buback, Wurster und Göbel.

Vier tote Bürger unseres Staates verlängern seit heute abend die Reihe der Opfer von blindwütigen Terroristen, die, wir waren uns darüber stets im klaren, noch nicht am Ende ihrer kriminellen Energie sind.

Uns alle erfüllt nicht nur tiefe Betroffenheit angesichts der Toten, uns erfüllt alle auch tiefer Zorn über die Brutalität mit der die Terroristen in ihrem verbrecherischen Wahn fortgehen.

Sie wollen den demokratischen Staat und das Vertrauen der Bürger in den Staat aushöhlen.

Der Staat, ob die Organe des Bundes, oder der Länder oder der Städte - der Staat muss darauf mit aller notwendigen Härte antworten.

Alle Polizei- und Sicherheitsorgane, die seit Wochen und Monaten ihre ganze Energie auf die Fahndung nach den Mördern von Siegfried Buback und Jürgen Pontow wenden und die seit heute abend mit aller verfügbaren Kraft das Verbrechen in Köln aufzuklären und der Täter habhaft zu werden versuchen, sie haben deshalb die uneingeschränkte Unterstützung der Bundesregierung und ebenso meine sehr persönliche Rückendeckung.

Jedermann weiss, dass es eine absolute Sicherheit nicht gibt. Aber diese Einsicht kann nicht die staatlichen Organe davon abhalten, und hat sie schon bisher nicht davon abgehalten, mit allen verfügbaren Mitteln gegen den Terrorismus Front zu machen.

Sie wissen, dass wir gerade erst in der vergangenen Woche im Bundeskabinett eine massive Verstärkung des Bundeskriminalamtes und anderer Sicherheitsorgane verabredet haben. Die notwendigen Mittel und Hilfsmittel dafür werden selbstverständlich verfügbar gemacht werden.

Sie erinnern sich, dass ich bei der Trauerfeier für Buback und Wurster und Göbel eindringlich an jene relativ kleine Minderheit in unserem Lande appelliert habe, die für die Täter ein mehr oder weniger deutliches Verständnis gezeigt hat. Ich spreche von den sogenannten Sympatisanten.

Für jeden Bürger, dem der freiheitliche Rechtsstaat etwas gilt, ist es inzwischen klar, dass es für die Schuldigen keine Ausreden mehr gibt.
Während ich hier spreche, hören sicher auch irgendwo die Schuldigen Täter zu. Sie mögen in diesem Augenblick ein triumphierendes Machtgefühl empfinden. Aber sie sollen sich nicht täuschen. Der Terrorismus hat auf die Dauer keine Chance. Denn gegen den Terrorismus steht nicht nur der Wille der staatlichen Organe, gegen den Terrorismus steht der Wille des ganzen Volkes. Dabei müssen wir alle trotz unseres Zornes einen kühlen Kopf behalten. Doch mit kühlem Kopf will ich sagen, dass sich einer der jetzt noch verharmlost, der jetzt noch nach Entschuldigungen sucht von der
Gemeinschaft aller Bürger isoliert die sich mit unserer Rechts- und Gesellschaftsordnung identifizieren und die sie erhalten wollen.

Wer von ihnen auch immer, nur die kleinste Information über den Hintergrund der Morde hat, oder auch nur den kleinsten sachdienlichen Hinweis auf den Hintergrund des heutigen Verbrechens und auf die Entführung von Hans Martin Schleyer geben kann, der hat als Bürger unseres Rechtsstaats die unabweisbare moralische Pflicht die Polizei bei ihrer Fandung nach den Mördern und Entführern aktiv zu unterstützen.

Dies ist meine Bitte an sie alle.

Die blutige Provokation in Köln richtet sich gegen uns alle. Wir alle sind aufgefordert, den staatlichen Organen beizustehen, wo immer das dem einzelnen möglich ist."

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All Comments (13)

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  • @TheSchwesterwelle100 Und das Rechtfertigt eine Entführung und Staatserpressung insofern dass...? Anmerkend möchte ich hinzufügen, dass ich bewusst den Begriff "Terrorismus" vermeide.

  • Dabei geben sich die Medien richtig Mühe den Sachverhalt zu klären.

    Warum das einige Menschen nicht verstehen ? ? ?

    ......Ist mir persönlich ein Rätsel.

    Morgen läuft DSDS.

  • @Jojo0mg thanks brah

  • @loosekarrott Boa, bis du cool.

  • haha! nix hätte ich dem schmidt gesagt, kein wort nich.

  • @roterstern972 Was bist du denn für eine riesige Dumpfbacke ?

  • @roterstern972 Bitte was? Solche Vollpfosten habe ich richtig gerne..

  • @TheSchwesterwelle100 Da haste Recht, aber das kann ja Schmidt nicht laut sagen, in Deutschland darf man ohnehin seine Meinung nicht äußern... :(

  • Deine (rhetorische) Frage wird hier durch Helmut Schmidt beantwortet; er steht für die selbstverständliche Verfolgung von Mördern! Unabhängig von der Vita des Opfers.

    @Schwesterwelle

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