Ernst Jünger - "Ich widerspreche mir nicht..." (1977) Teil 4 von 5
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4. ... (ein eigentlich nur naives Ziel, in dem der Mensch seine räumliche Wahrnehmung und sein einfaches Bestehen mit der Erfüllung und dem Zweck seines moralischen Seins verwechselt) als ein Anderes auch ein Besseres erwartet, obgleich er doch wissen sollte, dass er sich mit einem erzwungenen Leben in der permanenten Zeitlosigkeit der permanenten Bewegung letztendlich nur selbst abzuschaffen vermag - ...
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3. ... an ein Denken, dass auch Heidegger vertreten hat (und ein Überschneiden des Denkens von Heidegger und Jünger wundert nun wirklich nicht): nämlich, dass der Mensch "seit Jahrhunderten zuviel getan und zuwenig gedacht" habe. Was man deuten kann als: Der Mensch will seit Jahrhunderten nichts als die Bewegung nach vorn, weil er in diesem Vorn ...
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Kann sein, daß Jünger so dachte. Es bleibt aber Unsinn. Der "Ursprung" des Menschen ist stets gegenwärtig, ewig, und kann nicht vernichtet werden. Der Mensch ist aber durch die -Ursache- des Denkens von diesem "Ursprung" und seinem magischen Potential/sich selbst getrennt.
In Folge wird viel viel zuviel geredet, und sich im Kreis des tatenlosen Denkens gedreht. So, daß die richtigen Handlungen ausbleiben, wie gewünscht.
"Qui bono?" Die Antwort kenne aber verschweige ich.
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Kann sein, daß Jünger so dachte. Es bleibt aber Unsinn. Der "Ursprung" des Menschen ist stets gegenwärtig. Der Mensch ist aber durch die -Ursache- des Denkens von diesem "Ursprung" und seinem magischen Potential/sich selbst getrennt.
In Folge wird viel viel zuviel geredet, und sich im Kreis des Denkens gedreht.
So daß die richtigen Handlungen ausbleiben, wie gewünscht.
"Qui bono?" Die Antwort kenne aber verschweige ich.
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Ich habe gelesen, Jünger habe kaum Englisch gesprochen. Wie konnte er sich dann mit den Liberianern verständigen?
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@VitoPossilipo Das ist überhaubt nicht skurril. Es ist im Englischen durchaus üblich auf die Frage 'how are you? ' so zu reagieren, wie es Jünger hier getan hat.
In dieser Situation ist die Frage 'how are you?' vergeichbar mit dem Terminus Hallo. Es ist in diesem Fall sogar höflicher die Frage zu erwiedern.
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@warriorsoul28 Danke für Deine Antwort. Das wusste ich gar nicht.
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@VitoPossilipo das ist nicht skurril sondern normal. man wiederholt das und antwortet nicht unbedingt darauf. das denken nur die deutschen
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Skurril: Er wird gefragt: "How are you?" und statt zu antworten, wiederholt er diese Frage einfach.
Aber ich finde es sehr symphatisch, dass er den Schwarzen so zugetan gewesen war. Von wegen also Rassist. Jüdische Freunde hatte er übrigens auch, z.B. den Bruder des berühmten Historikers Gershom Scholem.
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Ich weiß nicht, was so viele Leute haben: Scheint doch ein sympathischer Mensch gewesen zu sein.
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5. ... und wenn der Mensch sich erst einmal selbst seinem Ursprung beraubt hat, gibt es auch keine Möglichkeit, diesen wieder zurückzuholen und wohl nicht einmal mehr die Möglichkeit, an diese Leerstelle ein Neues zu setzen: weil er auch, wenn er alles verloren hat (und dann wohl erst recht), doch niemals wird stillstehen wollen.
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Ich entschuldige mich nachträglich für meine Weitschweifigkeit.
@Kraehe
Besten Dank für diesen (nicht nur für YouTube-Verhältnisse) exzellenten Kommentar. Jüngers im Alter aufsteigender Anti-Aktionismus (personifiziert im Waldgänger) kann überdies nicht nur in Verbindung zu Heidegger gesehen werden - von dem ihn letzlich ja mehr trennte als verband - sondern auch als vll. wenig bewusste verwirklichung der traditionalen Apoliteia, wie sie sich in Evolas "Cavalcare La Tigre" mustergültig ausformuliert findet. Es sind heute tatsächlich tiefere Kräfte am Werk..
Tenkterian 1 year ago