Die Gleichzeitigkeit von eigenständiger Ästhetik und poetisch sanfter Einbettung in die Strecke macht den Kreisviadukt bei Brusio zu einem Wahrzeichen der Berninalinie. Der eigentliche Viadukt, auf dem die Bahn einen Viertelkreis mit einem Radius von 70 Metern beschreibt, ist aber nur ein Teil der Gesamtkonzeption: Die Streckenführung insgesamt erfolgt hier spiralförmig, sodass die Unterquerung des vierten der insgesamt neun Bogenöffnungen ermöglicht wird.
Die spiralförmige Streckenführung, in die sich der Viadukt mit seinen regelmässig angebrachten Öffnungen von je zehn Metern in scheinbar selbstverständlicher Harmonie einfügt, ist aber nicht Selbstzweck, sondern dient der künstlichen Streckenerweiterung und damit zur Überwindung des Höhenunterschieds auf begrenztem Raum.
Gleichwohl beträgt das Gefälle hier immer noch 70 Promille. Beim Bau für mit Dampf betriebene Bahnen ging man davon aus, dass ab 50 Promille, das heisst ab einer Neigung von 50 Millimetern pro Meter, ein Zahnradantrieb erforderlich wird. Die Berninabahn wurde nun zwar von Beginn an mit Strom betrieben, meistert aber als Adhäsionsbahn dennoch 20 Promille mehr. Und diesen beachtlichen Höhenunterschied bewältigt sie dank dem Kreisviadukt von Brusio erst noch in vollendeter Schönheit.
Ein zeitlos zweckmäßiges & SCHÖNES Bauwerk; heute regiert nur noch die Zweckmäßigkeit, leider!
luckyowl249 8 months ago
cooler film
MegaSteven1989 8 months ago