Phänomene sind oftmals kaum zu fassen. Viel zu unbegreiflich und unbeschreiblich sind sie.
Delbo sind derart.
Kamera & Schnitt: FM Pampuch
Interview: Olli Koch
Noch losgelöster von Standards, aber inmitten neuer Eingängigkeit haben sie auf "Grande Finesse" den richtigen Ton,
die stimmige Gefühlslage und sich als ihr eigenes Phänomen gefunden.
"Grande Finesse" lässt mehr zu und von einigem ab. Piano, Streicher, und Bläser umspannen Welten und laden diese auf.
Auf diese ihre Weise klingen Delbo so stilvoll und betörend wie Blonde Redhead, ohne ihre ureigene Dringlich- und Kantigkeit verloren zu haben.
Damit bauen Delbo Poetisches, Melancholisches und im gleichen Atemzug Aufbauendes wie ein Amelie-Soundtrack zusammen,
ohne den Lärm Sonic Youth'scher Art oder das Karate-ähnlich Kunstvolle missen zu lassen.
Der explizite Noise wurde entnommen und damit potenziert, die bildhaften Worte noch weiter verschlüsselt und damit persönlich pointiert,
der gebrochene Rhythmus wurde versteckt und will nun im Fluss des Ganzen neu entdeckt werden. Und all das ist so subtil wie zwingend!
Dieser Entwurf von Pop, Kunst und Sehnsucht, der sich weder jedem noch sofort zu verstehen gibt. (..) Aber wenn es dann soweit ist,
dann erklärt sich "Grande Finesse" vehement: die Erweiterung ist ihre eigene Ausweitung auf eine reduzierte Formenvielfalt.
Mit anderen Worten: "Grande Finesse" ist die fragile wie wuchtige Vertonung innerer Dringlichkeit und geheimen Glücks.
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