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Aufstand der Unterschicht von Inge Kloepfer

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Uploaded by on Oct 14, 2008

Ohne wirkliche Chance

Inge Kloepfers Buch über den "Aufstand der Unterschicht"

Der Deutsche Caritasverband hat am 7. Oktober 2008 eine Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder und Jugendliche gefordert. Materielle Sicherheit sei eine entscheidenende Bedingung für Entwicklungschancen, so Caritas-Präsident Peter Neher. Kinder aus sozial schwachen Familien erhalten weniger Bildung, sind für den Arbeitsmarkt nicht qualifiziert und müssen trotzdem ihr Auskommen finden.

Im Plattenbau wohnen sie, die Verlierer, arbeitslos, ziellos, perspektivenlos. Hier wohnt die "Unterschicht". "Der Begriff 'Unterschicht' ist ein Begriff von lebensfremden Soziolgen und hat mit Politik nichts zu tun", sagte Franz Müntefering am 16. Oktober 2006. "Es gibt keine Ober- und keine Unterschicht hier, sondern es gibt eine Gesellschaft. Und wir sind gut beraten, wenn wir die nicht auseinanderfallen lassen." Was viele Politiker nicht wahrhaben wollen, das beschreibt die Wirtschaftsjournalistin Inge Kloepfer längst als Realität - in ihrem Buch "Aufstand der Unterschicht". Zwischen Arm und Reich hat sich in Deutschland eine tiefe Kluft aufgetan, unüberwindbar, vor allem für die, die auf der Verliererseite stehen.

Arbeitslosigkeit statt Vollbeschäftigung
Lange Zeit galt "Wohlstand für alle" als das Erfolgsrezept der Bundesrepublik. Es war der Versuch, die breite Masse am Aufschwung teilhaben zu lassen. 1957 sagt Ludwig Erhard: "Die soziale Marktwirtschaft schließt alle Schichten unseres Volkes, insbesondere Unternehmer und Arbeiter, zu echter Zusammenarbeit an gemeinsamen Zielen zusammen." Arbeitslosigkeit statt Vollbeschäftigung: Heute sieht sich die Mittelschicht neuen Armutsrisiken gegenüber. Die aktuelle Bankenkrise bedroht jetzt sogar das sauer Ersparte. Die Angst, abzurutschen, wächst. Die Mittelschicht schottet sich ab. Klassenzugehörigkeit ist auf einmal wieder ein Thema in Deutschland. In unseren Städten ist die gesellschaftliche Spaltung bereits sichtbar. Sozial gemischte Viertel lösen sich immer mehr auf. Wer kann, zieht weg, solange er noch kann.Die Folge sind immer mehr soziale Brennpunkte.

Einmal Unterschicht, immer Unterschicht
Wohin diese Entwicklung führt, sehen wir bei unseren französischen Nachbarn. In den Banlieus eskaliert immer wieder die Gewalt - der Protest einer ausgestoßenen und chancenlosen Generation. Droht so etwas auch bei uns? Der Staat zieht sich mehr und mehr aus dem Wohnungsbau zurück und gibt damit ein klassisches Instrument der Sozialpolitik aus der Hand. Im Bildungssektor wird weiter sortiert: Wer aus der Unterschicht kommt, hat bei gleicher Leistungsfähigkeit geringere Chancen, eine höhere Schule zu besuchen. So wird der Unterschicht der soziale Aufstieg verwehrt: Einmal Unterschicht, immer Unterschicht. Kinder werden heute in die Unterschicht geboren - und bleiben dort. Sie wachsen auf in einem armen, bildungsfernen Umfeld, mit wenigen sozialen Kontakten zu Menschen außerhalb ihres Milieus. Sie werden sich im Laufe ihres Lebens immer weiter von der gesellschaftlichen Mitte entfernen. Doch auf jeden einzelnen von ihnen wird unsere alternde Gesellschaft in Zukunft angewiesen sein, mahnt Kloepfer. Eine chancenlose Unterschicht können wir uns gar nicht leisten.

auf meiner Homepage
http://www.andrea-weber.de/de/kultur-kunst/buecher/sachbuecher/deuts chland/kloepfer.php

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Top Comments

  • Wie sagte Götz Werner mal so schön " Wir haben kein Unterschichtproblem, sondern ein Oberschichtproblem in Deutschland"

  • Sie hat völlig recht, es bildet sich eine Subkultur. Was sollen die Kiddis auch anderes machen?! Sie sind nicht erwünscht und so bilden sich "soziale Überlebensstrategien". Wir müssen in allem kinderfreundlicher werden. Es schlummern wirklich erhebliche Potentiale in der Jugend, die keinen interessieren! Das ist eine AFFENSCHANDE!!

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All Comments (42)

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  • Was ist das denn bitte für eine Hurre und wie redet die überhaupt über uns? Die soll mal in meine Hood kommen und ich ficke sie persönlich in den Arsch die Schlampe.

  • 8-9% war 2008. Und sie hat ganz Recht, nur 3 Jahre später sind es nicht 20% sondern fast 30%. Das ist nicht gelogen. Jeder dritte im Osten ist arm oder von Armut bedroht. Und im Westen wird es nicht mehr sehr viel anders aussehen und er wird auch sehr bald gleichziehen.

  • @MeisterPommfritt

    Das stimmt aber auch nicht. Die Kriterien sind: Bildung, Einkommen, Beruf. Aber Müntefering ist ein Dummschwätzer, da hast du recht. Ich studiere Soziologie und der Mann soll sich einmal in eine Vorlesung setzen, der würde staunen. Und Unterschicht existiert nicht nur bei "lebensfremden" Soziologen, sondern auch bei Germanistik fällt das Wort sehr oft.

  • ...wie müssen bessere Infrastrukturen bereitstellen, in Bildung, Ganztagsschulen und Kinderbetreuung investieren! Die U-schis brauchen Struktur, Disziplin und Erziehung... und keine verdammten DVD-Player, Zigaretten und Oettinger-Bier!

  • ...woraus Niveaulosigkeit und soziale Verflachung resultiert. Der moderne Sozialstaat kann sich rd. 15 bis 20 % U-schis leisten. Die Lösung diese Problems liegt nicht im Geld! Das Verteilen von Sozialleistungen hat nichts bewirkt. Im Gegenteil!

  • Müntefering ist ein verdammter Schönquatscher! Typisch SPD-Politiker! Natürlich gibt es die Unterschicht! Es gibt 3 wesentliche Kriterien, an denen man die "U-schis" erkennt: Die 3 großen "A's": Arbeitslosigkeit, Armut, Abhängigkeit! Dazu kommt der geringe IQ und das daraus resultierende Unwissen...

  • hìhì_pãsst_hïêr_nët_reìn_àba_ì­ch_bîñ_sø_eïñsàm_wìll_jèmand_m­ít_míå_schrèìbéñ

  • @WirsinddieSieger traurig aber wahr, wir können villeicht noch bestimmen von wehm wir uns veraschen lassen.

  • Durch techn.Fortschritt wird so viel produziert,wie noch nie.Aber der Produktionsgewinn wird auf immer weniger Menschen verteilt.Egal,ob in D,USA oder Tunesien

  • 03:10 - Boxerschnitt für die Unterschicht

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