Der zerbrochne Krug -
Ein Lustspiel. Von Heinrich von Kleist
Neuinszenierung
Regie
Andrea Breth
Bühne
Annette Murschetz
Kostüme
Françoise Clavel
Musik
Christian Muthspiel
Licht
Alexander Koppelmann
Mit
Sven-Eric Bechtolf, Uwe Bertram, Marie Burchard, Robert Christott, Norman Hacker, Karolina Horster, Heinz W. Krückeberg, Wolfgang Michael, Elisabeth Orth, Maria Pichler, Swetlana Schönfeld, Paul Schröder
Spielstätte
Salzlager, Kokerei Zollverein, Essen
»Doch das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns; wir müssen die Reise um die Welt machen, und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.« / Heinrich von Kleist, Über das Marionettentheater
Der Anstoss zu Heinrich von Kleists Lustspiel war zunächst von heiterem Ehrgeiz bestimmt. Kleist hielt sich 1802 bei den Dichterfreunden Zschokke, Geßner und Wieland in Bern auf, in der Hoffnung, dort ein sesshaftes und erfolgreiches Leben führen zu können. »Wir vereinten uns auch, wie Virgils Hirten, zum poetischen Wettkampf«, notierte Heinrich Zschokke. In seiner Unterkunft fand sich ein Kupferstich von Jean Jacques Le Veau, La cruche cassée, zu dem jeder der drei Dichter einen Text verfassen sollte. »Kleist's zerbrochner Krug hat den Preis davon getragen«.
Kleist vertiefte den Stoff und ließ sich in der weiteren Ausarbeitung besonders von Sophokles' König Ödipus anregen Ödipus sucht den Mörder seines Vaters und steht am Ende vor der eigenen Untat. »Wir können nicht entscheiden, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es uns nur so scheint«, schreibt Kleist in einem Brief, und dieses Zitat könnte als Motto über diesem Stück der vielen Wahrheiten stehen.
Das Lustspiel um den Dorfrichter Adam, der beim vergeblichen Versuch, die Jungfer Eve zu verführen, am Ende gezwungen wird, zum Richter seiner selbst zu werden, ist auch die Geschichte vom zerstörten Gesetz.
Eine Eigenproduktion der Ruhrtriennale. Ein Film von Ralph Goertz © Ralph Goertz/Ruhrtriennale 2009
Toll...toll!
Die Schauspieler sind einfach grandios....Bechtolf der Herr und Schönfeld die Herrin im Ring. Breth's Inszenierung hat eine Tiefe, die ich überhaupt nicht erwartet hatte!
Zwar hätte der Kürzungsstift bestimmt der Überlänge gut getan...aber trotzdem...eine der besten Inszenierung dieses Stückes, die ich je gesehen habe!
Bravo!
Colloredo31 2 years ago