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Jugoslawien - beinahe wie vor dem Krieg - Teil 2

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Uploaded by on Jun 13, 2011

«Jugoslawien ist tot, es lebe die Jugosphäre », schrieb der englische Journalist Tim Judah - und beschreibt damit die neue Tendenz, die alten Gefühle von verlorener Heimat in den nun selbstständigen Ländern des ehemaligen Jugoslawien wieder zu beleben. Man erinnert sich wieder gerne an die Zeit vor dem Krieg. Dessen Wunden verheilen allmählich...
Dubravka Stojanovic ist Geschichtsprofessorin in Belgrad, Serbien. Zusammen mit Kollegen aus den Ländern Ex-Jugoslawiens hat sie Lehrbücher über die gemeinsame Geschichte der alten Republiken geschrieben. Zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch des Landes erklärt sie, warum die Menschen eine "Jugosphäre" brauchen.

In Serbien trinken sie Milch aus Slowenien zum Frühstück und fährt in den Ferien an die Küste Kroatiens. Die Kroaten reisen gerne nach Serbien und Bosnien. Die «Big-Brother-Variante» ist hier eine Sendung, in der die Kandidaten tatsächlich aus allen neuen Ländern Ex-Jugoslawiens kommen, Drehort ist in Belgrad. Sie sprechen nach wie vor alle eine gemeinsame Sprache. In Montenegro spielen sie Basketball in der Adriatischen Liga, das ist der neue Name der alten Jugoslawischen Meisterschaft. In Mazedonien strömen die Fans an das Grab des jungen Sängers Toche Proeski, er ist und bleibt das große Idol aller Menschen in den ex-jugoslawischen Ländern. Und im Kosovo glauben sie nach wie vor an den Fortschritt durch die Wirtschaft.

Irgendwie leben sie trotz aller jüngsten Vergangenheit beinahe wieder wie damals in Jugoslawien, mit dem einen feinen Unterschied, dass sie heute alle zuerst über ihre wirtschaftlichen Interessen reden: Im Sommer 2010 entschlossen sich Kroatien, Slowenien und Serbien dazu, eine gemeinsame Fährlinie zu gründen, die die Überfahrt von Europa in die Türkei um mindestens die Hälfte abkürzen soll. In Belgrad schlossen sie den Vertrag, der Sitz des neuen Unternehmens wird in Ljubljana sein, der Hauptstadt Sloweniens, das als einziges Land Ex-Jugoslawiens Mitglied der EU geworden ist.

Der ARTE-Reporter Vladimir Vasak beobachtet seit 20 Jahren die Ereignisse in diesen Ländern. Abseits jeder Nostalgie schufen sie trotz aller bitteren Wundes des Krieges wieder einen gemeinsamen Wirtschaftsraum: Zuerst kamen die Geschäftsleute und jetzt folgen ihnen die Politiker mit ihren Delegationen zu Besuch und Gegenbesuch. Heute haben 200 kroatische Unternehmen ihre Niederlassungen in Serbien und Slowenien ist der wichtigste Investor dort. 37 Prozent der serbischen Exporte gehen in die Nachbarländer des ehemaligen Jugoslawien -- und die internationale Finanzkrise hat diese neuen Bindungen eher noch verstärkt.

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News & Politics

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Uploader Comments (Schlofrenz)

  • scheiss jugoslawien..brauchen wir bosniaken nicht

    selam allen muslimen in balkan und auf der welt..

    srecan ramazan mome narodu

  • @suadbosna

    Viele bosnische Freunde sehen es anders, sind mitlerweile in der Welt verstreut um vor solchen nationalistischen Gedankenmüll Ruhe zu haben. Also ..wer ist konkret "wir"?

Top Comments

  • ich bin aus busovaca leb in wien

    ich würde gerne wieder das alte jugoslavien haben :D

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All Comments (22)

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  • Bin Serbe und finde den Bericht toll!!! Sollten alle der EU beitreten dann verschwinden die Grenzen wieder!!! Ich kenne aus allen Volksgruppen nette und dumme Menschen!!! Hauptsache wir lassen das nie wieder zu was passiert ist!!!

  • @Phyrrus123456

    Ja lieber Bananenstaaten, die den Grossmächten den Arsch sauber lecken ...

    Es gibt jedoch auch Länder wo mehrere Nationen in Frieden zusamen leben

    siehe z.B Schweiz ( Deutsche, Franzosen, Italiener),

  • Bei 5:50 , wenn er über KOSOVO redet sagt er: Der Großteil der Bevölkerung ALBANIENS...?! hööööööööööööööööö?!

  • @legender14

    Von einer "Vereinigung" ist ja keine Rede. Staatliche Souveränität ist und bleibt nötig aber warum nicht das Zulassen was verbindet es als Basis für ein besserer Miteinander pflegen. Habe selbst in Slowenien gearbeitet mit Slowenen, Serben, Kroaten, Bosnier und Kumpels aus Montenegro. Es hat super funktioniert trotz unterschiedlicher Sichtweisen. Was trennt muss ja nicht gezwungen werden. Was Krieg betrifft, bricht er nicht immer nur durch wenige dummmachtgeile Scharfmacher aus?

  • @legender14

    Deine Frage beantwortest du selbst schon ganz treffend mit deiner letzten Zeile. Weis aber nicht ob dir das überhaupt bewusst ist. Länder und Menschen als "den Rest" zu bezeichnen lässt tief in deine persönliche Weltsicht blicken.

  • R.I.P. Tose :(

  • @Phyrrus123456 wie wärs mit 1998

  • Jugoslawien nie wieder! Oder will jemand wieder ein Blutvergießen wie 1914-1918, 1941-1945 oder 1991-1995? Wer glaubt, dass es da unten Frieden durch Einheit gibt, irrt! Nur die klare Abgrenzung der einzelnen Nationen kann Freiden und Respekt schaffen.

  • Jetzt mal ehrlich was glaubt ihr ob wir es schaffen könnten wieder zusammen zu kommen ?? ANTWORTEN BITTE

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