HORIZONTE. Expertengespräche des Stifterverbandes:
Interview mit Peter Kruse, Zukunftsforscher und Organisationspsychologe, Universität Bremen
"Wir haben in den letzten Jahren wie verrückt die Vernetzung in der Welt erhöht. Wir haben alles dafür getan, dass Wirkungen keine Reichweitenbegrenzungen mehr haben. Ich bin als Entscheider in der Situation, dass ich Dinge verantworten muss, deren Reichweite ich schwer verantworten kann.
Solange das Internet da ist, können Sie die Menschen nicht mehr an der Beteiligung hindern. Das Internet ist die permanente Aufforderung, sich einzumischen.
Die Idee der kommunikativen Macht in Netzen wird völlig missverstanden. Im Netzwerk sind Sie kommunikativ nur mächtig, wenn Sie Resonanz erzeugen. Im Management haben Sie aber die Vorstellung, mächtig aus Willen zu sein. Das heißt: Wenn Sie eine Marke kommunikativ nach vorne treiben wollen, dann erhöhen Sie den Werbedruck. Das große Thema war Präsenz und Aufmerksamkeit. Im Internet können Sie sich das nicht mehr kaufen."
Das Interview führte Timur Diehn.
Er beschreibt etwas, was ich schon längst vermutete: Nicht die "Gesellschaft" und ihre Methoden, sondern die noch unangepassten Apperate der Steuerung "Staat, Wirtschaft" etc. sind noch nicht auf die neuen Methoden ausgerichtet. Daher erscheint ihnen das "merkwürdige Verhalten" zunächst erstmal suspekt und sie reagieren spontan mit Ablehnung.. Wie sagt so schön die Sozi-Mutter? "Mein Kind lass ich nich an den PC!"
MasterMagoo 8 months ago