Alert icon
We're changing our privacy policy. This stuff matters.  Learn more  Dismiss

»Antigone« Trailer der Schaubühne Berlin

Loading...

Sign in or sign up now!
Alert icon
Upgrade to the latest Flash Player for improved playback performance. Upgrade now or more info.
6,709
Loading...
Alert icon
Sign in or sign up now!
Alert icon

Uploaded by on Feb 2, 2011

»Antigone«
von Sophokles
Regie: Friederike Heller
Premiere am 4. Februar 2011

Kamera & Schnitt: Julia Elger

Wessen Wahrheit ist die richtige: Die des einzelnen Menschen, der sein Leben selbst bestimmt und verantwortlich leben möchte? Oder weiß die Gemeinschaft, was dem Zusammenleben der Menschen zuträglich ist und an welche Gesetze sich alle halten müssen, um ein friedliches Miteinander zu ermöglichen? In der Moderne sind die Beispiele zahlreich für die Fehler von beiden Seiten. Irregeleitete Völker glauben ihr Weltbild mit Gewalt durchsetzen zu können. Einzelne Täter sehen sich zur Rettung der Welt auserwählt und radikalisieren sich bis zur Selbstzerstörung. Es muss Rettung kommen, doch wehe dem, durch den sie kommt. Dieser Glaube ist seit der christlichen Erlösungsreligion die Antwort auf die Frage nach den Wegen der Wahrheit. Das ständige Ringen zwischen dem Einzelnen und den Vielen, zwischen der Überzeugung und der Mehrheit, zwischen dem Gefühl und der Macht bestimmt den gesellschaftlichen Prozess. Im Aufeinandertreffen zweier gleichberechtigter Positionen sah Hegel das Genie der Tragödie. Sie müssen aneinander untergehen und in diesem Untergang zeigen sie die Wahrheit des menschlichen Daseins.
In »Antigone« wird dieser tragische Riss als Familiengeschichte dargestellt. Die vier Kinder von Ödipus und Iokaste sind nach der Selbstentdeckung ihres Vaterbruders tief verunsichert. Sie sollen die Macht übernehmen und finden nur eine haltlose Konstruktion. Der eine Bruder soll herrschen und nach einer bemessenen Frist diese Macht an den anderen Bruder übergeben. Als die Zeit zum Wechsel kommt, will Eteokles die Macht nicht hergeben. Polyneikes verbündet sich mit fremden Herrschern, um gegen seine eigene Stadt in den Krieg zu ziehen. Der Kampf verläuft siegreich für die Verteidiger der Stadt, die beiden Brüder töten sich gegenseitig. Kreon, der neu eingesetzte Vertreter der Macht, bestimmt, dass der eine Bruder, Eteokles, beerdigt werden soll, der andere hingegen, der Angreifer Polyneikes, vor den Mauern der Stadt unbeweint verwesen muss. Die Schwestern Antigone und Ismene hören von diesem Urteil, das einen Keil in ihre Liebe und Trauer zu den Brüdern treibt. Antigone will den verstoßenen Bruder beerdigen, Ismene will keine weiteren Konflikte, die ihre Familie der Gewalt aussetzen. Antigone ist nun allein und beginnt ihren Kampf gegen die Stadt.


Mit: Christoph Gawenda, Tilman Strauß
Musik: Kante (Thomas Leboeg, Michael Mühlhaus, Felix Müller, Peter Thiessen, Sebastian Vogel)

  • likes, 0 dislikes

Link to this comment:

Share to:
see all

All Comments (3)

Sign In or Sign Up now to post a comment!
  • Absolut empfehlenswerte Interpretation! =)

  • Es war epochal gestern!

  • Ich habs mir angesehen und es war toll! Noch toller wäre es wenn man sich die Musik auf Platte kaufen könnte!! Nach der Spielzeit vielleicht? Biiitte!!! :)

Loading...

Alert icon
0 / 00Unsaved Playlist Return to active list
    1. Your queue is empty. Add videos to your queue using this button:
      or sign in to load a different list.
    Loading...Loading...Saving...
    • Clear all videos from this list
    • Learn more