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Die hebräische Stadt: 100 Jahre Tel Aviv

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Uploaded by on Mar 1, 2011

Die hebräische Stadt: 100 Jahre Tel Aviv

http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/die_hebraeische_stadt/277...

Mit keiner anderen Stadt wird Tel Aviv so gerne verglichen wie mit New York. Die hebräische Stadt ist hektisch, aufregend, hässlich, schön, jung, kreativ, multikulturell, modisch, launisch, absurd, witzig, und vor allem: ein Wunder.


Vor genau 100 Jahren gab es dort, wo Tel Aviv heute steht, fast nur Sanddünen. Und sonst nichts. Tel Aviv war ein Traum: Die erste hebräische Stadt seit den Zeiten der Bibel, die erste Stadt, in der Juden und nur Juden leben. Aber frei und unabhängig - im Gegensatz zum Ghetto.

Tel Aviv ist die Anti-These zu Jerusalem: Keine Stadt, in der der jahrtausende alte jüdische Glaube tonnenschwer auf jedem Stein liegt, keine Stadt mit einer wilden, bewegten Geschichte, sondern ein unbeschriebenes Blatt, ein neues Konzept, die Idee des "neuen Juden", der sich von der Vergangenheit der Verfolgung, der Unterdrückung, aber auch der Enge der Religion entfernt hat, um ein neues Kapitel in der jüdischen Geschichte zu schreiben: Das hebräische Kapitel.

Mit Hebräisch als Sprache einer neuen Kultur, die sich auf die Zukunft, und nicht mehr auf die Vergangenheit konzentriert, die hoffnungsfroh ins 20. und nun ins 21. Jahrhundert blickt und nicht mehr rückwärtsgewandt 3.000 Jahre Geschichte immer wieder aufs Neue "durcharbeitet".


Tel Aviv als Schnittpunkt zwischen Okzident und Orient, als Sammelbecken für Menschen aus mehr als 120 Ländern, als Stadt ohne Geschichte, die sich ständig neu erfindet, sei es in der Architektur, in der Literatur, in der Musik, im Theater, also in der Kunst, als auch im Sozialen und vor allem: in der Politik. Denn Tel Aviv will "Normalität" schaffen, Normalität für Juden, die nicht mehr verfolgt werden, aber die sich auch nicht mehr im Krieg befinden. Und so kommt es, dass Tel Aviv auch zum Zentrum des Widerstands gegen Besatzung und Siedlungspolitik, gegen Rechts, gegen Nationalismus und Orthodoxie geworden ist.

Richard C. Schneiders Film "Die hebräische Stadt" erzählt die Geschichte der Stadt und ihrer Menschen, erzählt von den Jahren des Aufbruchs, der kulturellen Umbrüche, den politischen Verwerfungen - und von den jungen Kreativen, die diese Stadt zu einem einzigartigen Sammelpunkt neuer Ideen machen. Weit über 60 Prozent der Bewohner von Tel Aviv sind unter 40! Eine junge Stadt mit einer jungen Bevölkerung. Eine Stadt mit Zukunft, die jedoch ständig bedroht wird -- zur Zeit durch Auslöschungsdrohungen aus Teheran, durch Terror und Raketenangriffen in der Vergangenheit.

Ein Film von Richard Chaim Schneider

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