Das größte Euphongeläute des Bistums Aachen befindet sich im Turm von St.Lambertus zu Dremmen.
Bereits im 8.Jahrhundert gab es in Dremmen eine Holzkirche welche jedoch schon im 9.Jahrhundert durch einen Brand vernichtet wurde. Im 10.Jahrhundert wurde eine Saalkirche aus Stein errichtet. Der erste Pfarrer in Dremmen wird schon urkundlich im Jahre 1201 erwähnt. Bis zum Turmbau im Jahre 1515 wurde die Kirche mehrfach umgestaltet und erweitert. Durch dem großen Dorfbrand 1716 wurde die Kirche fast vollständig zerstört. Das alte Kirchenschiff wurde abgerissen und ab 1721 im Geschmack der Zeit neu erbaut. Jedoch wurde dieses Kirchenschiff schnell zu klein und auch noch baufällig, sodass schon im Jahre 1834 ein neues Schiff, entworfen von Johann-Baptist Cremer, errichtet wurde. Nach den Zerstörungen des 2.Weltkrieges begann man mit dem Wiederaufbau in den 50er-Jahren. Die Kirche wurde von 1980 bis 1982 nochmals renoviert. Die Orgel von Karl Bach aus Aachen wurde 2002 von der Firma Wilbrand aus Übach-Palenberg saniert.
Die ersten Glocken in Dremmen dürften schon im frühen Mittelalter existiert haben. Mit dem Bau des großen spätgotischen Turmes im Jahre 1515 wurden wahrscheinlich auch 2 neue Glocken angeschafft. Als Gießer kann hierfür nur der Aachener Meister Jan van Trier angenommen werden welcher in den Jahren 1522 in Frelenberg und 1535 in Erkelenz tätig war. Die Dremmener Glocken blieben während des Dorfbrandes im Jahre 1716 nicht verschont. Der hohe Turmhelm fing Feuer und stürzte in sich zusammen. Die Glocken wurden mitgerissen und zerschellten am Boden. Erst im Jahre 1763 goss der in Dremmen ansässige Glockengießer Christian-Wilhelm Voigt zusammen mit seinem Sohn Christian zwei neue Glocken aus dem Metall der alten. 1917 musste die Margarethaglocke abgeliefert werden; die Katharinenglocke durfte im Turm verbleiben. Die Firma Petit & Gebr. Edelbrock aus Gescher lieferte im Jahre 1928 vier neue Glocken nach Dremmen woraufhin die Katharinenglocke ausgemustert und in der Turmhalle abgestellt wurde. Zu Beginn der Glockenabnahmen im 2.Weltkrieg mauerte man sie vorsichtshalber ein sodass nur die 4 Läuteglocken im Turm abgeliefert werden mussten. Jedoch geriet die Katharinenglocke in Vergessenheit... Aus Angst vor einem 3.Weltkrieg, wollte man nach Kriegsende Glocken aus einem Metall haben welches nicht für die Rüstungsindustrie geeignet ist. 1953 wurden 5 Glocken aus Euphon in der Erdinger Glockengießerei unter der Leitung von Karl Czudnochowsky gegossen. Noch im selben Jahr wurden sie geweiht und montiert. Die Katharinenglocke fand man erst im Jahre 1982 im Zuge der Kirchenrenovierung. Sie wurde "ausgemauert" und wieder in der Turmhalle aufgestellt da kein Platz für eine fünfte Glocke im Turm vorhanden ist (und ich bitte um KEINE Erweiterungsvorschläge!!!). Die 3 kleinen Glocken erhielten vor geraumer Zeit Kompensationspendel der Firma Diegner & Schade aus Dorsten. Ausnahmsweise wird das Dremmener Läutewerk von dieser Firma gut gewartet!
Christusglocke, Schlagton b°-4, Gewicht ca. 2.710 kg, Durchmesser 1690 mm, gegossen im Jahre 1953 von Karl Czudnochowsky in Erding.
Lambertusglocke, Schlagton c'-4, Gewicht ca. 1.858 kg, Durchmesser 1490 mm, gegossen im Jahre 1953 von Karl Czudnochowsky in Erding.
Marienglocke, Schlagton es'-4, Gewicht ca. 1.152 kg, Durchmesser 1260 mm, gegossen im Jahre 1953 von Karl Czudnochowsky in Erding.
Josefsglocke, Schlagton f'-3, Gewicht ca. 780 kg, Durchmesser 1130 mm, gegossen im Jahre 1953 von Karl Czudnochowsky in Erding.
Johannesglocke, Schlagton g'-4, Gewicht ca. 584 kg, Durchmesser 1000 mm, gegossen im Jahre 1953 von Karl Czudnochowsky in Erding.
Vielen Dank an den Pfarrer sowie an den Küster für die Ermöglichung des Sondergeläutes und der Turmaufnahme!
Wo ist die g°??? ;-)
Auferstehungsglocke 1 month ago
Die steht im Vorgarten von Peter Ohl und ist 3.500 kg leicht. :-D
Engerlingraucher 1 month ago