http://www.dudelstopp.de
Als soziale Bewegung, die sich mit satirischen Mitteln Gehör verschafft, engagiert sich das Projekt `DUDELSTOPP Musik ohne Zwang´ gegen unfreiwilligen Musikkonsum im öffentlichen Raum. Der Widerstand gegen die von vielen als Symptom sozialer Verrohung empfundenen aufgedrängten Tonkonserven wächst.
Die Regeln für das Trauerspiel der akustischen Umweltverschmutzung in Deutschland -ein profitables Geschäft für wenige Nutznießer- stehen seit vielen Jahren fest: Nahezu überall, wo in Kaufhäusern Konsumenten mehr oder weniger unfreiwillig mit den Werken von Xavier Naidoo oder Christina Aguilera konfrontiert, wo in den Wartezimmern der Arztpraxen ohnehin kranke Menschen noch zusätzlich mit Dudelradio auf HundertKommaKrampf geschwächt werden und wo in Restaurants und Bars von den Besuchern trotz Bushido oder Pur tapfer gute Miene zum bösen Spiel zu machen versucht wird, kassiert die Beschallungsindustrie Geld mit der vor vielen ungefragt aufgeführten Musik. Meinungsmacher, Politiker und Wirtschaftslobbyisten behaupten leider nach wie vor das Erwünschtsein allgegenwärtiger Bedudelung und entmutigen so Millionen Geschädigte, sich gegen die Auswüchse öffentlicher Berieselung zur Wehr zu setzen.
In die immer wieder verschleppte Debatte um aufgedrängte Klangerzeugnisse kommt jedoch seit einiger Zeit erneut Bewegung: Gestützt von der DUDELSTOPP-Bewegung erlebt die Wertschätzung des Phänomens `Stille im öffentlichen Raum´ auch bei jungen Menschen neuen Aufschwung. Solidarisiert haben sich bereits zahlreiche deutschsprachige Bands, Künstler, Jugend- und Stadtmagazine sowie fortschrittliche Radiosender.
Die Beschallungsindustrie ist daher aufgerufen, auf die Bürger zuzugehen und die von ihr verursachten und leider nach wie vor vom Staat gestützten akustischen Zumutungen auf ein erträgliches Maß zurückzufahren.
Auf zum auditiven Abrüsten !
Um ein Zeichen zu setzen, startete die freie Kunstplattform moderne21 im Mai 2007 vor der GEMA-Generaldirektion in Berlin eine satirische Aktionsreihe. Trotz der Brisanz des Themas werden hierbei polemische Slogans wie `Unter einem Kopfhörer steckt selten ein wacher Geist´ vermieden. Im Internet kursiert ein populärer Videoclip zum Thema. Im August 2007 fand im Berliner Kunsthaus Tacheles eine Podiumsdiskussion zum Thema `Musik ohne Zwang´ statt. Hierbei war auch erstmals eine offizielle Vertreterin der deutschen Beschallungsindustrie zugegen. Denn der `Verband der deutschen Beschallungsindustrie´ (VDBSI) reagierte offiziell auf das DUDELSTOPP-Projekt: In einer Presseerklärung wird uns unfairer Umgang mit den Lärmaufdrängern vorgeworfen. Auf den Essay `Wer nicht hören will muss leiden´ unseres Sympathisanten Ludwig Kamberlein meinte der VDBSI darauf ebenfalls mit einem Text einer seiner Mitarbeiterinnen kontern zu können.
Im Mai 2008 wurde der neue Dudelstopp-Clipp "Zoff in der S-Bahn wegen aufgedrängter Musik" veröffentlicht und im Berliner `Kunsthaus Tacheles´ erstmals vorgestellt.
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mir ist mal folgendes Passiert: Ich habe im Bus laut mit dem Handy Musik gehört. Da kam eine Omi und sagte: "Mach das soffort aus!" Da mir das zu unfreundlich war (wegen Befehlsform) sagte ich, dass ich nicht leiser mache, weil´s mein Handy ist und so weiter. Dann stellte die sich auf Stur und wurde Aggressiv. Mehrfach rief sie den Fahrer (wir saßen direkt neben ihm) aber er reagierte nicht. Sie stiftete sogar andere Fahrgäste dazu an, mein Handy zu zerstören. Hat die sich richtig verhalten?
TheEricCartmen 9 months ago
@TheEricCartmen
ich kann Dich beruhigen: Aus der Sicht von `Dudelstopp - wollen wir Friedhofsruhe ?´ hast
Du Dich vollkommen korrekt verhalten. Und apropos `FRIEDHOFSruhe´: es ist ja wirklich
symptomatisch, dass der Anti-Lärm-Terror ausgerechnet von einer Frau in offensichtlich
weit fortgeschrittenem Alter ausging. Gut, dass Du nicht nachgegeben und auf Dein Recht auf
die volle Musikdröhnung beharrt hast ! Die Unterhaltungsindustrie setzt auf Menschen,
wie Dich ...
jugendgewalt 9 months ago
1:41: Is Autist jetz n Schimpfwort? Und wie passt das da jetz? xDD
dadings 1 year ago
@dadings
'Autist' ist natürlich kein Schimpfwort, sondern neutral. Erst durch den Zusatz 'blöder ...' wird es zum Schimpfwort. Aber der Zusatz bezieht sich ja nicht grundsätzlich auf Autisten. Genausogut hätte es heißen können 'Blöder Musikliebhaber'. Da hätten sich sicher auch nicht gleich alle Musikliebhaber diskriminiert gefühlt.
jugendgewalt 1 year ago