Sechsachsige Güterzuglokomotive (Baureihe 155)

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Uploaded by on Jun 23, 2010

Am 23.06.2010 um 07:49 Uhr verlässt eine Lok der Baureihe 155 nach einem kurzen Signalstop mit einem gemischten Güterzug den Bielefelder Hauptbahnhof.
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Für den schweren Güter- und Personenverkehr sowie zur Ablösung der Vorkriegsbaureihe E 94 beschaffte die Deutsche Reichsbahn der DDR die sechsachsige Baureihe 155.

Entwicklung:

Nachdem das Betriebsprogramm festgelegt war, das die Beförderung von 3.000-t-Zügen mit 95 km/h und 1.800-t-Zügen mit 110 km/h in der Ebene vorsah, konnten in mehreren Baulosen von 1974 bis 1984 insgesamt 273 Lokomotiven unter der damaligen Baureihenbezeichnung 250 in Dienst gestellt werden. Alle Loks stammen von LEW Henningsdorf. Sie tragen heute die Betriebsnummern 155 001 bis 155 273.

Fahrzeugbau:

Der Hauptrahmen mit zwei durchgehenden, unter den Führerhäusern verstärkten Längsträgern, trägt die gesickten Maschinenraumseitenwände und die Endführerhäuser. Durch die Seitenwandtüren gelangt der Lokführer in den Maschinenraum und von dort in die Führerhäuser. Die drei Dachhauben über dem Maschinenraum sind abnehmbar. Die beiden dreiachsigen Drehgestelle bestehen aus geschweißten Rahmen mit kastenförmigen Längs- und Querträgern für die Drehzapfenlagerung. Die Schneeräumer sind höhenverstellbar, die Drehgestellrahmen für den Einbau einer Mittelpufferkupplung vorbereitet. Jeder Radsatz wird durch einen Tatzlager-Hohlwellen-antrieb mit Gummikegelfeder angetrieben. Schraubenfedern und Hydraulik-Stoßdämpfer federn die Radsätze im Drehgestell ab.
Die Lokomotiven der Baureihe 155 wurden überwiegend in Bordeauxrot abgeliefert, einige wenige in Orleanderrot. 2008 waren alle bis auf 155 093, und 155 219 verkehrsrot. Diese beiden Maschinen waren noch orientrot.

Elektrik:

Die Loks haben zwei Scherenstromabnehmer und einen fremdbelüfteten Haupttransformator mit zwangsölumlauf. Das Hochspannungsschaltwerk mit Stufenwähler und Thyristorsteller zur Regelung der Fahrmotorspannung hat 31 Anzapfungen. Es kommen sechs zwölfpolige Wechselstrom-Reihenschlussmotoren zum Einsatz.
Die Loks sind mit einer thyristorgeregelten elektrischen Widerstandsbremse ausgestattet und besitzen die üblichen Sicherheitseinrichtungen, wie Sifa, Indusi und Zugbahnfunk.

Einsatz:

Die Loks der Baureihe 155 sind von Seddin aus bundesweit im schweren Güterverkehr unterwegs. Sie ergänzen die Baureihen 151 und 152.
Inzwischen wurden bei vielen Maschinen die alten Scherenstromabnehmer durch Einholmstromabnehmer der Bauart DSA 200 ausgetauscht.
Die 155 001 gehört zwar noch Railion , ist aber von der Hauptuntersuchung zurückgestellt und soll in den Bestand des DB-Museums übergehen. Sie unterscheidet sich wie 155 002 und 155 003 als Vorserienlok durch das dritte Spitzenlicht über den Stirnfenstern von den Serienmaschinen.

TECHNISCHE DATEN:

Länge über Puffer: 19,60 m
Achsfolge: Co'Co'
Treibraddurchmesser: 1.250 mm
Achsstand im Drehgestell: 2.000 + 2.500 mm
Gesamter Achsstand: 14.500 mm
Dienstmasse: 123 t
Maximale Radsatzlast: 20,5 t
Höchstgeschwindigkeit: 125 km/h
Leistung: 6 x 900 kW
Motorbauart: Reihenschlussmotor
Antriebsart: LEW-Kegelringfeder
Anfahrzugkraft: 380 kN
Stromsystem: 15 kV~ / 16,7 Hz
Indienststellung: 1974 (155 001 - 155 003); 1977-1984
Bestand (Sommer 2008): 173 +55 z Lokomotiven Railion

Category:

Autos & Vehicles

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