"Alexokles"
Ein heitrer Tag neigt sich dem Ende,
Der Hain schon stehet winddurchbraust,
Im Tale bringen fleißig' Hände
Noch ihr gereiftes Gut nach Haus.
Die ersten Blumen haben hold
Im milden Abendlicht geschlossen;
Das ganze Land noch schimmert gold,
Von einem fernen Strom durchflossen.
Hier oben gar, da wandelt er,
Oft zwischen Stein und Felsen nur,
Alexokles, ein Liebender,
Der Freund und Günstling der Natur.
Sein Auge ruht am Himmel klar;
Was mag ihn rührn zu dieser Stund'?
Die Sonne spielt im dunklen Haar,
Und lieblich schweigt der ernste Mund;
Spricht Verse, die wir nie vernommen,
Geheimnisvoll und spürbar tief
Wie diesem Herzen sie nur kommen,
Aus dem ein hehrer Geist sie rief.
In freie Höhen zieht empor
Der fromme Sinn den himmlisch Weisen,
Geleitet durch ein sichres Ohr,
Auf dass ihn Genien nur speisen.
(verfasst von Wolfregen am 10.März 1989)
Abbildungen von:
- Leo (Franz Karl Leopold) von Klenze (zwei Landschafts- bzw. Architekturdarstellungen):
Deutscher Maler, Architekt und Schriftsteller des Klassizismus; geboren am 29. Februar 1784 in Buchladen bei Schladen; gestorben am 27. Januar 1864 in München.
- Sir Lawrence Alma-Tadema:
Niederländischer Maler und Zeichner des akademischen Realismus mit britischem, belgischem und niederländischem Bürgerrecht (Näheres hierzu bei Wikipedia); geboren am 8. Januar 1836 in Dronrijp / Niederlande; gestorben am 26. Juni 1912 in Wiesbaden u. beigesetzt in der St. Pauls Cathedral in London.
Musik von Nicola Antonio Porpora:
Italienischer Barockkomponist und berühmtester Gesangslehrer seiner Zeit in Europa; geboren am 17. August 1686 in Neapel; gestorben am 3. März 1768 ebd.
Beim Stück "Alto Giove" handelt es sich um die Instrumentalversion der gleichnamigen Arie des Acio aus der Oper "Polifemo" (1735, London); Arrangement von Christophe Rousset zum Film "Farinelli" (1994) von Gérard Corbiau. Es spielen "Les Talens Lyriques" unter der Leitung von Ch. Rousset.
In der heutigen Zeit, wo ein Wettlauf der Oberflächlichkeiten die Tage prägt, streichelt so ein Gedicht das Gemüt - stehen solch hehre Zeilen, vermehrt durch wunderbare Musik und einer ausdruckstarken Stimme, wie ein stiller Fels in all den Aufgeregtheiten. - Alexokles mag wesensverwandt sein, mit Apollo, dem Hüter der Dichtkunst, der die Verse in diesen wundersamen Tiefen klingen lässt. - Herzlichen Dank für dieses Werk...
Holger2214 5 months ago
@Holger2214
Danke Dir ebenso, lieber Holger, für diesen wunderschönen Kommentar!
Das ist die beste Motivation zum Weitermachen...
WolfregensConstanze 5 months ago
Wonderful, Constanze !
joshje777 7 months ago
@joshje777
Many thanks for comment!
WolfregensConstanze 7 months ago