Wässerwasser ist weniger 'Bergroman' als seine zwei Vorgängerbücher - vielmehr eine Horrorvision unserer Klimazukunft in 40 Jahren. Urs Augstburger schildert den Kampf einer Grossfamilie, die in den Walliser Alpen das letzte Paradies auf Erden für sich gepachtet hat. Eden, so heisst vielsagend das Resort, das von einem der letzten übrig gebliebenen alpinen Wälder umgeben und von geheimen unterirdischen Wasserquellen am Leben erhalten wird. Eine starke Frau führt dieses Familienunternehmen in zweiter Generation und muss es gegen die Widerlichkeiten von Mensch und Natur verteidigen.
Filmreif beschreibt der Autor, wie Erpresser in Zeiten grösster Trockenheit sich ein paar Tropfen des wertvollen Guts 'Wasser' ergaunern, indem sie drohen den einzigartigen Wald anzuzünden. Es beginnt ein Zwist um die Gaben der Natur, um deren Erhaltung und deren Verteilung was schliesslich im schieren Überlebenskampf endet. Gewinner gibt es keine.
Trotz dieser düsteren Kulisse flammt zwischen den in Not geratenen Clanmitgliedern auch immer mal wieder Liebe und Erotik auf - Idyllen, die in der selben technischen Unvermitteltheit beschrieben werden, wie die Abläufe der Gletscherschmelze oder die Funktion der Bewässerungsanlagen.
Es empfiehlt sich, die ersten beiden Bücher „Schattwand und „Gratzug zu lesen, um sich die doch anspruchsvolle Familienkonstellation dieser Trilogie einzuverleiben.
UNSERE WERTUNG: lesenswert
Wässerwasser, Urs Augstburger, Bilger Verlag, 2009
Schweizer Autoren lesen aus ihren neuen Werken.
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Sehr schön. Most viewed schaffst Du spielend.
naimad09 2 years ago
Naja, so viel wie die Boyle schafft er nicht - aber fast ;-)
swissliteratureguru 2 years ago