via fantasia triumphalis

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Uploaded by on Feb 15, 2009

Karlsruhe Kulturhauptstadt Europas 2010, das war der Traum vieler ...
In der audiovisuellen Komposition "via fantasia triumphalis" gaben 3 Karlsruher Künstlerinnen dieser Vision Gestalt. Karlsruhes zentrale stadtgeschichtliche Achse, die Via triumphalis, wird mit von SAUNDS komponierter und gespielter elektronisch-akustischer Musik und den bildkünstlerischen und visuellen Mitteln von Renate Schweizer aus der Sicht von Künstlerinnen präsentiert.
Der Musik-Videofilm zeigt den Weg vom Schloss über das Großherzog-Karl-Friedrich-Denkmal, den Marktplatz mit Pyramide und Rathaus und über den Rondellplatz mit der Verfassungssäule zum Ettlinger Tor - mit der Verbindung zum Hauptbahnhof. Ausgangspunkt ist der Bahnhof als einer der Orte, an dem auch die zukünftigen Besucher der Kulturhauptstadt ankommen und den ersten Kontakt zur Stadt aufnehmen werden. Die Distanz zur Innenstadt wird mit einem weiteren Markenzeichen Karlsruhes, der Straßenbahn des öffentlichen Nahverkehrs, zurückgelegt. Beginn und offenes Ende des Weges ist das Ettlinger Tor, wo eine moderne Plastik an den historischen Ort die Stadtgrenze vom Anfang des 19.Jh. - erinnert und die Bauaktivitäten auf die aktuelle Stadtentwicklung verweisen.

Höhepunkt des Musik-Videclips ist die Präsentation von Maskenobjekten von Renate Schweizer am historischen Ort der Verfassungssäule, die visuell verschmilzt mit der Musen-Skulptur, die vor dem Badischen Staatstheater steht. Das Schlussbild zeigt wiederum die maskierte Darstellerin neben der Muse, begleitet von der kraftvollen tänzerisch-rhythmischen Musik von SAUNDS. Die Komposition des Soundtracks ergänzt gleichberechtigt die visuelle Ebene, indem sie auf der akustischen Ebene den historischen Weg geht: von höfischer Cembalomusik zu Musik des 21 Jahrhunderts, elektonischer Ambientmusik, die den Karlsruher Stadtklang mit jazzigen Elementen mischt. Synthesizersounds und akustische Instrumentalklänge von Akkordeon, Percussion, Saxofon und Mundharmonika wurden am Computer von SAUNDS als Film-Soundtrack produziert.

Die Künstlerinnen erinnern in Gestalt einer maskierten Darstellerin in Alltagskleidung nicht nur an die Baugeschichte des 18. und 19.Jahrhunderts, die Stadtentwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts und damit an die Entwicklung Karlsruhes von der neuzeitlichen markgräflichen und großherzoglichen Residenzstadt zur Bürgerstadt und modernen Großstadt.
Sie machen darüberhinaus mit den Mitteln der phantasievoll-keativen Masken auch die verborgene oder nicht auf den ersten Blick erkennbare Stadtgeschichte sichtbar: Die Verfassungssäule am Rondellplatz symbolisiert Karlsruhes frühe demokratische Entwicklung zur liberalen bürgerlichen Rechtsstadt. Mit den Tulpenmasken an diesem historischen Ort wollen die Produzentinnen des Videoclips mit phantasievoll-ironischem Augenzwinkern auf die frühe aktive Rolle von Künstlerinnen am markgräflichen Hofe verweisen. In der populären Geschichtsschreibung des 19.Jahrhunderts wurde diese reale, bedeutsame Rolle der Hofsängerinnen ja mit der Legende von den Tulpenmädchen maskiert. Indem sich die Darstellerin selbstverständlich und in Alltagskleidung in der heutigen Stadt bewegt, zeigt sie auch ein Stück realer Entwicklung der Bürgerinnenrechte für Frauen. Auch hier kann Karlsruhe auf fortschrittliche Traditionen verweisen mit der frühen Zulassung von Frauen zu gymnasialer Bildung.

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