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centrecoaching - Stanislawskis Circles of Concentration / Rollenvorbereitung

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Uploaded by on Jul 22, 2009

(Mehr Info zum Workshop auf www.villa-berlin.com)

Circles of Concentration - Kreise der Aufmerksamkeit
Dieser Übungskomplex beruht auf der Technik „Kreise der Aufmerksamkeit von Konstantin Stanislawski. Er verleiht dem Schauspieler ein sehr realistisches und charismatisches Spiel und ist sehr gut in Vorsprechrollen zu integrieren.
Der Schauspieler denkt sich einen Kreis um sich herum. Als Verbildlichung können auch Kreise mit Kreide gezeichnet oder von einem echten Reifen oder bestenfalls durch Beleuchtung dargestellt werden. In diesem Kreis befindet sich die Person in einem sehr privaten Zustand. Nur wenige Objekte haben in ihm Platz. Vielleicht ein Buch, ein Brief, eine Photographie oder ein Gedeck. Die Aufmerksamkeit des Schauspielers gilt nur den Objekten innerhalb des Kreises und seiner eigenen Person in diesem Mikrokosmos. Es handelt sich hierbei um einen kleinen Kreis. Dieser Kreis kann auch nicht bei Eintreten in einen anderen abgelegt werden. Jede Person hat ihn stets um sich und er existiert auch nicht nur auf der Bühne, sondern auch im realen Zusammenleben, was zu spüren ist, wenn eine andere Person in diesen Kreis eindringt, ob erwünscht oder unerwünscht. Jede Person fühlt einen gewissen Radius um sich, in dem die Präsenz eines anderen Menschen intensiver zu spüren ist. Archimedes berühmter Satz: „Noli turbare circulos meos! (lateinisch für: „Störe meine Kreise nicht!) ruft sich hier ins Gedächtnis. Die Energie in diesem Kreis ist diejenige welche z.B. zum Nachdenken und zum Führen von Selbstgesprächen verwendet wird. Der mittlere Zirkel hat Platz für zwei Personen. In ihm finden persönliche Gespräche statt. Auch in diesem Kreis herrscht eine Vertrautheit und Intimität, wie sie z. B. unter Familienangehörigen, guten Freunden oder Liebespaaren zu finden ist. Stanislawski würde hier den Lichtkreis auf einen Esstisch für zwei Personen richten. Nimmt er das gesamte Bühnenbild in seinem Lichtkreis auf, befindet man sich im nächst größeren Zirkel. Hier befinden sich mehr als zwei Subjekte. Es herrscht die Energie der Gruppe. Die Aufmerksamkeit von zwei Personen, die sich im zweiten Kreis befinden, kann auch von einem Tier, wie z. B. einer Lerche in den dritten Zirkel gezogen werden, wie es, wenn auch nur für einen Moment, in Shakespeares „Romeo und Julia geschieht. Auch Geister können eine Figur z.B. vom dritten Zirkel in den zweiten ziehen, wie es dem Geist Banquos in Shakespeares „Macbeth gelingt. Objekte, wie Maschinen, Automaten und Roboter haben ebenfalls die Fähigkeit Konzentrationszirkel zu beeinflussen, was sie vornehmlich im Bereich der Komödie tun, wofür in Charlie Chaplins „Moderne Zeiten viele Beispiele zu finden sind. Eine weitere besonders interessante Variante der verschiedenen Zirkelkombinationen ist, wenn der Schauspieler das gesamte Publikum oder die Kamera als zweite Person anredet und diese in den zweiten Zirkel zieht. Dieses geschieht mehrfach in Shakespeares „Richard III. In Sir Laurence Oliviers Filmfassung ist dieses Verfahren sehr gut zu beobachten. Richard III, gespielt von Olivier, weiht den Zuschauer gleich zu Anfang in seine Mordpläne ein und macht ihn so auf gewisse Weise zu seinem Komplizen. Der Chorus (Erzähler) in „Henry V spricht das Publikum als Gruppe an und befindet sich im großen dritten Zirkel. Der vierte, extrem große Zirkel überschreitet die Grenzen des Theatergebäudes und ist auf der Bühne nur imaginär zu beschreiben, z.B. mit einer gezeichneten Linie im Hintergrund des Bühnenbilds, welche den Horizont darstellen soll.

Die Varianten der Kreiskombinationen sind schier unerschöpflich und erfordern eine genaue Vorbereitung beim Gebrauch auf der Bühne. Nicht so jedoch im wirklichen Leben. Was im Theater oder im Film erst trainiert und neu kreiert werden muss und bei falschem oder ausbleibendem Einsatz aussieht wie schlechtes Spiel, funktioniert im realen Umgang mit Personen und Umgebungen ganz natürlich, wie von selbst.
www.villa-berlin.com

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