"Winternachtmusik (Melencolia 1514)" composed by Martin Herchenröder, performed by Rudolf Haken (Rivinus 5-string viola pomposa). Recital May 5, 2011, Universität Siegen, Studio für neue Musik. Audio and video engineer: Harald Becker, assisted by Alexander Hassler and Oliver Lenk.
Composer's notes (in German):
Winternachtmusik wurde 2003 als Cellostück komponiert und 2010 für Bratsche bearbeitet. Das Werk ist meinem Freund Gundolf Winter gewidmet, der nicht nur ein ausgezeichneter Kunstwissenschaftler, sondern ebenso ein hervorragender (nachtaktiver) Cellist war. Der Untertitel Melencolia 1514 verweist auf Beziehungen zu Dürers später Grafik gleichen Titels. Anders aber als zu Dürers Zeiten, als zumindest das Kunstwerk unvergänglich schien, ist uns heutigen die Vergänglichkeit auch der Kunst bewusst geworden. Das wirkt sich auf die Musik in diesem Stück aus: Ihre Klänge sind in keine feste Architektur eingebunden, sie entfalten sich tastend im Fortgang der Zeit, prozesshaft, unumkehrbar, fragmentartig. Sie wird doppelt flüchtig - im Augenblick des Hörens (wie alle Musik), aber schon davor als Artefakt, in der Verweigerung bzw. Unmöglichkeit des Festgefügten, des Fertigen und des Wiederkehrens: „Denn Bleiben ist nirgends" (R.M.Rilke).
hail maestro
craigcat 6 months ago