Liendschä-Seebis-Freud

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Uploaded by on Mar 29, 2010

Liendschä-Seebis-Freud, Ländler von Josef Stump
Iwan Meier - Seebi Schmidig - Bass: Ruedi Zurfluh

Volksmusik-Kultur in Ingenbohl
Am Samstag, den 12.12.09 fand im Restaurant Wendelstube das 1. Josef Stump Gedenk-Konzert statt.
Als einer der bahnbrechenden Pioniere auf dem Schwyzerörgeli gilt noch heute der «Stumpä Sebäli», wie er in seiner Heimat genannt wurde. Nur wenig ist bekannt über den 1883 in Unterschönenbuch SZ geborenen Örgeler. Zitat Nachruf im Bote der Urschweiz vom 02.04.1929:
"Letzte Woche starb im Spital Schwyz Josef Stump, genannt "Stumpä Sebäli", im Alter von erst 46 Jahren. Er war ein lebensfroher Mensch, der zu seiner lieben Mutter sehr gut stand und als bester Ländler-Handorgeler überall wohlbekannt war. Seine lüpfigen Ländler-Tänzchen machten manchen, jung und alt, viele gemütliche Stunden."
Josef Stump's Vater Melchior war ein ausgezeichneter Alphorn- und Büchelbläser, der in der Gegend rund um den Stoos wohlbekannt war und an den Wettspielen an Älplerfesten und Sennenchilbenen stets den ersten Preis davontrug.
Josef Stump (Bild rechts) wuchs also in einem sehr musikalischen Umfeld auf. Der Zeit seines Lebens ledig gebliebene Stump zog ein ungebundenes Leben einem regelmässigen Einkommen vor. Er arbeitete zunächst auf dem elterlichen Anwesen in Unterschönenbuch, zog im Sommer oft auf den Stoos zAlp, später handelte er mit Käse, Gemüse und Melchgeschirr und hielt sich mit Gelegenheitsarbeit über Wasser. Zuletzt arbeitete er als Nachtwächter. Im Jahr 1919 zog er mit den Eltern nach Steinen. Später liess er sich in Oberschönenbuch, Hinteribach und das letzte Jahr seines Lebens in Niederrohrdorf AG nieder.
Seine Haupt- und Lieblingsbeschäftigung war aber das Musizieren auf dem Schwyzerörgeli. Damit verdiente er sich nicht nur Verpflegung und Unterkunft in Wirts- und Bauernhäusern, sondern auch etwas Geld, indem er gegen bescheidene Bezahlung zum Tanz aufspielte. Stump besass eine 18bässige Schwyzerorgel aus der Werkstatt von Josef Nussbaumer (Bild unten). Zwischen 1911 und 1914 erhielt er durch den Vater des späteren Ländlerklarinettisten Hermann Lott die Gelegenheit als «Schwyzer Handorgel Duett» zusammen mit Xaver Betschart in Zürich 18 Titel auf Schallplatte aufzunehmen. Zwischen 1919 und 1921 spielte er zudem mit Balz Schmidig als «Berglerkapelle Balz Schmidig, Oberschönenbuch-Schwyz» 15 Titel ein jene Aufnahmen, die noch heute als Meilenstein der Ländlermusikgeschichte gelten. Josef Stump spielte in dieser Zeit oft auch mit dem jungen, aufstrebenden Klarinettisten Kasi Geisser, der wohl einiges von Stump gelernt und übernommen hat.
Wir können Stumps Einfluss auf die Entwicklung der Ländlermusik nicht hoch genug einschätzen: Er geht weit über das Schwyzerörgeli und die Innerschweiz hinaus. Stump schuf nicht als einziger, aber wohl als der bedeutendste eine neue Art von ländlicher Tanzmusik, die zwar auf Spielweisen und Material des 19. Jahrhunderts beruhte, aber durch das neue Instrument einen ganz neuen Charakter erhielt. Mittels der Schallplatte hatte sich Stumps Musik also auch ausserhalb der Innerschweiz Gehör verschaffen können. Dank Balz Schmidig, Josef Tonazzi und Martin Nauer senior sind seine Melodien bis in die heutige Zeit überliefert und werden wieder von einigen Musikanten gespielt.
Vor 80 Jahren, am 21. März 1929 verstarb der allseits beliebte Örgeler mit erst 46 Jahren im Spital in Schwyz.

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