Im Mai 2005 wird am Berliner Hauptbahnhof der erste von vier schweren Stahlträgern auf den ersten Bügelfuß gesetzt. Millimeterarbeit in luftiger Höhe. Sechs Wochen später ragen die Stahlkonstruktionen schon 70 Meter hoch in den Himmel. In einer spektakulären Aktion werden die beiden westlichen 1.250 Tonnen schweren Bügel im Juli 2005 über dem Glasdach zusammengeklappt - über ein Gelenk in 23 Metern Höhe. Eine Hubvorrichtung aus vier Zugbündeln mit je 20 Stahlseilen hebt die Bügelbrücken an. Dann montieren die Experten die hydraulischen Anlagen für den eigentlichen Kippvorgang. Nachdem der Drehpunkt bei etwa 38 Grad überschritten ist, beginnt die Absenk-vorrichtung zu arbeiten. Die Brücke wird durch ihr Eigengewicht in die Waagerechte gezogen.
Geprobt werden kann der Vorgang nicht - das Team um Projektleiter Hany Azer muss sich auf die Berechnungen und die Technik verlassen.
Der Grund für das aufwändige Verfahren: Bei konventioneller Bauweise hätte die wichtige Ost-West-Verbindung durch Berlin für mindestens sieben Wochenenden gesperrt werden müssen. Durch die Kipptechnik reichten zwei Wochenenden.
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