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Als Frankfurt 100 Gassen hatte - Teil 2

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Uploaded by on Mar 8, 2009

Wahre Geschichten aus der Frankfurter Altstadt.

Eine HR-Dokumentation über Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft der Altstadt. Von Jörg Adrian Huber (2007).

Sie galt als eines der wertvollsten Quartiere Deutschlands, mit vielen uralten Häusern noch aus den Zeiten des Spätmittelalters: Die Frankfurter Altstadt, historisches Zentrum der Kaiserstadt am Main. In den Bombennächten 1944 ging sie unter, und die wenigen Häuser, die den Krieg überdauerten, fielen in den 50er Jahren der neuen Stadtplanung zum Opfer.

Seit Jahren streiten Bürger und Politiker über Pläne für einen Wiederaufbau. Auch wenn es nur um einen winzigen Ausschnitt der Altstadt geht, kaum mehr als zwei Gassen zwischen Dom und Römer, scheiden sich die Geister bis heute.

Der Film von Jörg-Adrian Huber geht auf eine Zeitreise in die 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts und zeigt, wie das Leben in der Altstadt wirklich war, mit kürzlich entdeckten Filmdokumenten. Ehemalige Bewohner und Besucher der Altstadt schildern ihre Eindrücke und ihre Meinung ist durchaus geteilt.

Leben auf engstem Raum
Frieda Becker, heute 84, erinnert sich an feuchte Gassen, die so eng waren, dass nie ein Sonnenstrahl hineinfiel, und in denen sich „allerlei Gesindel herumtrieben habe. Rolf Schmitz, 76, im Schatten des Doms aufgewachsen, erzählt vom Leben auf engstem Raum aber die Altstadtbewohner hätten zusammengehalten wie Pech und Schwefel. Und für die Kinderscharen jener Jahre seien die engen Gassen ein wunderbarer Spielplatz gewesen.

Heinrich Dröge, 76, weint der Altstadt keine Träne nach reich verziertes Fachwerk wie in anderen hessischen Städten habe es hier ohnehin nie gegeben, und schon in den Zwanzigern habe man zu recht über einen Abriss großer Teile des Viertels nachgedacht.

Hildegard Zackel, 77, war kurz vor der Zerstörung häufig Gast in der Altstadt, bei ihrer Schwester, die zusammen mit ihrem Mann im Haus „Zum Ritter lebte. Da habe im Flur eine veritable Ritterrüstung gestanden, erinnert sie sich, die Wände seien frisch und hell verputzt gewesen, die Fußböden neu, und kleine Kammern habe man zu großen Räumen zusammengelegt erste Erfolge der Altstadtsanierung. Die sollte Licht und Luft in das verbaute Viertel bringen. Viele wertlose Hinterhofhäuser waren schon abgerissen, als die alliierten Bomber die Altstadt in Schutt und Asche legten.

Was ist "historisch korrekt"?
Dass Teile der Altstadt wieder entstehen sollen, ist inzwischen beschlossene Sache. Aber wie viele Häuser historisch korrekt rekonstruiert werden (und was „historisch korrekt letztlich bedeutet), darüber wird noch immer gestritten. Ganz gleich wie sich die Verantwortlichen am Ende entscheiden: auch eine vollständig rekonstruierte Altstadt zwischen Dom und Römer könnte niemals mehr sein als eine Interpretation. Was das Viertel einst für die Menschen bedeutete, das ist nur noch in der Erinnerung lebendig.

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All Comments (2)

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  • Sehr interessantes Video!

  • Das Mütterchen bei 5:55 ist sehr cool. Authentisch. Spricht wie meine Oma. :-)

    Gell, so e Brötsche geholt un dann hald in die Scheer´n gegange. So is des gewese.

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