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Sexualbegleitung mit Kali auf Radio Ö1 (25.08.2010)

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Uploaded by on Aug 27, 2010

Sexuelles Verlangen von Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen wird kaum wahrgenommen. Sie finden schwer Partner, wohnen in Heimen und sind in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Manche engagieren Prostituierte, die meisten müssen sich mit Selbstbefriedigung zufrieden geben.

In Österreich bieten seit 2009 sogenannte Sexualassistentinnen und -assistenten ihre Dienste privaten Klienten und Heimen an. Dabei geht es neben Sex auch um Nähe und zärtliche Berührung. Geschlechtsverkehr und oraler Sex sind dagegen ausgeschlossen.

Die Idee der Sexualassistenz oder -begleitung stammt aus Holland und wird dort schon seit 15 Jahren eingesetzt. Seit einem Jahr gibt es sie auch in Österreich: Sechs Frauen und ein Mann unterstützen Menschen mit Behinderung dabei, ihr Bedürfnis nach Nähe, Körperkontakt und Erotik auszuleben. Menschen, die geistig oder körperlich eingeschränkt sind, müssen oft mit wenig oder auch ganz ohne Sexualität leben.

"Mein erste Begleitung hatte ich mit einem Mann Ende 40, der ist noch nie vorher von einer Frau berührt worden, der strahlte und sagte immer wieder: Ist das schön! Ist das schön!", erzählt Kali. So nennt sich die 53-Jährige. Sie ist eine der ersten Sexualbegleiterinnen in Österreich und hat sich wie alle anderen auch einen Kunstnamen zugelegt.

Kali ist seit einem Jahr Sexualbegleiterin. Die halbjährige Ausbildung bietet Alpha Nova, ein Unternehmen für Menschen mit Behinderung, in der Steiermark an. Das Land Steiermark fördert den Kurs. Sie lernte, worauf man bei Berührungen achten muss, wie man mit Behinderungen umgeht und wie man sich abgrenzt. Obwohl sexuelle Begleitung mittlerweile in vielen Ländern Europas praktiziert wird, befindet sie sich noch in einer rechtlichen Grauzone und wird in Verbindung mit Prostitution gebracht.

Sexualbegleitung ist keine Prostitution, stellt Kali klar. Geschlechtsverkehr, Oralverkehr und Zungenküsse sind verboten, Petting - bis hin zur sogenannten Handentspannung - sind erlaubt. Ein dementer Mann zum Beispiel will eine Stunde lang nur umarmt werden, andere nehmen sofort ihre Hand und legen sie zwischen ihre Beine, erzählt die gebürtige Deutsche, die jetzt in Wien lebt: "Ein Drittel will nur kuscheln, der Rest will mehr."

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  • Toll, das es solche Menschen gibt! Respekt an Kali!

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