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llovespell "winter 2 - thaw" (symmetric poetry 2003)

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Uploaded by on Mar 28, 2010

An den innovativen wie faszinierenden Sound der letzten Antler's Mulm-CD auf dem gleichen Label Sonderübertragung präsentiert Hans Johm nun das Projekt befreundeter MusikerInnen, die unter dem Namen Lovespell mühelos an die gesetzten Erwartungen anknüpfen können. Wobei Lovespell zugleich ihrem Namen entsprechend vergleichsweise filigraner zu Werke gehen...

Gleich im ersten Stück "Rainbow Bridge" pochen gleichmäßige Pulsrhythmen und werden von einem elektronisch verfremdeten Streichermotiv variiert. War bei Antlers Mulm noch eindeutig die britische Band Coil der musikalische Bezugspunkt, meint man hier noch früher in der Musikgeschichte suchen zu müssen, um ausgerechnet im deutschen Krautrock der 70er Jahre fündig zu werden: Einige der hier verwendeten Klänge tauchten bereits auf den besten Platten von Tangerine Dream und Klaus Schulze auf, die ihrerseits gerne mit verzerrten Streichern hantierten. Track 2 "Don't have a face" entfaltet dann mit verhallten, kühl dargebotenen Vocals und elegischen Keyboardflächen eine ähnliche nordländische Atmosphäre wie Hilmar Örn Hilmarsson auf der CD "Island". Eine gewisse poppige Qualität kann man Lovespell dabei nicht absprechen. Track 3 "M. reverence" geht dann mit zerhackten Minimalelektronryhtmen etwas industrialorientierter zu Werke. Auch hier schleichen sich glockenklare Klänge ein, wie man sie von Brian Enos legendären Ambientwerken kenn. Eine ganz eigene Melancholie eignet diesen Momenten.

Track 4 "Winter 2" wird dann deutlich düsterer und mystischer. Eine Variation dieses Themas (und Titels) wird dann wiederkehren in Track 7. Nr. 5 "Never Change" offenbart dann weitere minimalelektronische Einflüsse, die momentan nicht selten sind in der Musikwelt und - positiv gesehen - diese CD auch einem größeren Publikum zugänglich machen könnte. Track 6 "Pretty Flowers" wartet mit widerspenstigen Rhythmen und einer eingängigen Melodie auf, Track 8 greift noch einmal "Rainbow Bridge" auf und mixt daraus ein spannendes, soundtracktaugliches Rhythmuswerk. Nr. 9 "A gentle way to burn" wirkt dann mit den sakralen Frauenchoral-Sounds etwas klischeehaft - ist in Kombination mit dem Titel vielleicht sogar zynisch gedacht? Auch "Don't have a face" kehrt wieder, allerdings ebenfalls in etwas aggressiverer, beatlastiger Form, wohingegen die "last-change"-Version von "Never change" unerwartet akustisch wird: hier erklingen Klarinette und Akustikgitarre, was wiederum an Coil in ihrer "Horse-Rotorvator"-Phase erinnert. Was nicht heißen soll, dass Lovespell irgendwie als Epigonen einzustufen sind. Es gehört schon einiges dazu, zugleich an so sperrige wie eigenständige Musiker wie Coil und Klaus Schulze zu gemahnen...

Nach der eindrucksvollen Antlers Mulm-CD liegt mit Lovespell nun also ein weiteres Kleinod aus dem Hause Sonderübertragung vor... Musik aus Deutschland kann momentan kaum spannender sein. Man darf gespannt sein, welche Überraschung das nächste Mal wartet!

MaNic für ikonenmagazin.de

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