Dietrich Fischer-Dieskau - Mörike-Lieder - 1987 (6 of 9)

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Uploaded by on Jul 14, 2009

Hugo Wolf: Mörike-Lieder
- Peregrina I
- Peregrina II
- Begegnung
- Der Jäger
Dietrich Fischer-Dieskau, baritone
Hartmut Höll, piano
rec. 1987 (Baden-Baden)

PEREGRINA I

Der Spiegel dieser treuen, braunen Augen
Ist wie von innerm Gold ein Wiederschein;
Tief aus dem Busen scheint er's anzusaugen,
Dort mag solch Gold in heil'gem Gram gedeihn.
In diese Nacht des Blickes mich zu tauchen,
Unwissend Kind, du selber lädst mich ein -
Willst, ich soll kecklich mich und dich entzünden,
Reichst lächelnd mir den Tod im Kelch der Sünden!

PEREGRINA II

Warum, Geliebte, denk' ich dein
Auf einmal nun mit tausend Tränen,
Und kann gar nicht zufrieden sein,
Und will die Brust in alle Weite dehnen?
Ach, gestern in den hellen Kindersaal,
Bei'm Flimmer zierlich aufgesteckter Kerzen,
Wo ich mein selbst vergaß in Lärm und Scherzen,
Tratst du, o Bildniß mitleidschöner Qual;
Es war dein Geist, ersetzte sich an's Mahl,
Fremd saßen wir mit stummverhalt'nen Schmerzen;
Zuletzt brach ich in lautes Schluchzen aus,
Und Hand in Hand verließen wir das Haus.

BEGEGNUNG

Was doch heut Nacht ein Sturm gewesen,
Bis erst der Morgen sich geregt!
Wie hat der ungebetne Besen
Kamin und Gassen ausgefegt!

Da kommt ein Mädchen schon die Straßen,
Das halb verschüchtert um sich sieht;
Wie Rosen, die der Wind zerblasen,
So unstet ihr Gesichtchen glüht.

Ein schöner Bursch tritt ihr entgegen,
Er will ihr voll Entzücken nahn:
Wie sehn sich freudig und verlegen
Die ungewohnten Schelme an!

Er scheint zu fragen, ob das Liebchen
Die Zöpfe schon zurecht gemacht,
Die heute Nacht im offnen Stübchen
Ein Sturm in Unordnung gebracht.

Der Bursche träumt noch von den Küßen,
Die ihm das süße Kind getauscht,
Er steht, von Anmut hingerissen,
Derweil sie um die Ecke rauscht.

DER JÄGER

Drei Tage Regen fort und fort,
Kein Sonnenschein zur Stunde;
Drei Tage lang kein gutes Wort
Aus meiner Liebsten Munde!

Sie trutzt mit mir und ich mit ihr,
So hat sie's haben wollen;
Mir aber nagt's am Herzen hier,
Das Schmollen und das Grollen.

Willkommen denn, des Jägers Lust,
Gewittersturm und Regen!
Fest zugeknöpft die heiße Brust,
Und jauchzend euch entgegen!

Nun sitzt sie wohl daheim und lacht
Und scherzt mit den Geschwistern;
Ich höre in des Waldes Nacht
Die alten Blätter flüstern.

Nun sitzt sie wohl und weinet laut
Im Kämmerlein, in Sorgen;
Mir ist es wie dem Wilde traut,
In Finsterniß geborgen.

Kein Hirsch und Rehlein überall!
Ein Schuß zum Zeit vertreibe!
Gesunder Knall und Wiederhall
Erfrischt das Mark im Leibe. -

Doch wie der Donner nun verhallt
In Tälern, durch die Runde,
Ein plötzlich Weh mich überwallt,
Mir sinkt das Herz zu Grunde.

Sie trutzt mit mir und ich mit ihr,
So hat sie's haben wollen,
Mir aber frißt's am Herzen hier,
Das Schmollen und das Grollen.

Und auf! Und nach der Liebsten Haus!
Und sie gefaßt um's Mieder!
"Drück' mir die naßen Locken aus,
Und küß' und hab' mich wieder!"

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All Comments (2)

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  • Das war trotz seiner 62 Jahre ein sensationeller Liederabend! Schade, daß ich nicht dabei sein konnte. Vielen Dank für diese einmaligen Videos! Genial aber auch die Begleitung durch Hartmut Höll!

  • Muchas gracias por ir colgando este maravilloso recital!!!

    a Fischer-Dieskau, el maestro del canto!!!

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