Alert icon
We're changing our privacy policy. This stuff matters.  Learn more  Dismiss

Majestät Brauchen Sonne 10/13 über Kaiser Wilhelm II.

Loading...

Sign in or sign up now!
255 views
Loading...
Alert icon
Sign in or sign up now!
Alert icon

Uploaded by on Jun 15, 2011

"Kaiserwetter" musste es sein, wenn Wilhelm II., seines Zeichens letzter Deutscher Kaiser und König von Preußen aus dem Hause Hohenzollern, seine Füße für Filmaufnahmen aus den imperialen Gemäuern bewegte. Schließlich sollten sie gut aussehen, die ersten bewegten Bilder des prominentesten Filmstars des Deutschen Kaiserreiches. Majestät brauchen Sonne lautet daher trefflich der Film aus der Werkstatt des bekannten Regisseurs Peter Schamoni, der mit großem Erfolg vor dem interessierten Publikum auf deutschen Leinwänden flimmerte. Der Streifen ist ausschließlich aus Originalmaterial zusammengestellt und zeigt dem Zuschauer das Leben Wilhelms II. komplett in bewegten Bildern. Schamoni fokussiert sein Werk dabei bewusst auf die Persönlichkeit und ihre biographischen Fassetten, nicht so sehr auf die historische Rolle des Hohenzollernkaisers im jeweiligen politischen Kontext. Und deshalb sehen wir die Hauptperson beim Holzhacken, beim Reiten, auf der Jagd und auf seiner kaiserlichen Yacht "Hohenzollern", mit der er alljährlich zur "Nordlandfahrt" nach Norwegen in See stach. Unbeschreibliche Szenen gibt es hier zu sehen: Kniebeuge-übende Generäle, die des Kaisers Großväter sein könnten, werden vom Monarchen in die Seite gezwickt und empfinden diese kaiserlichen Scherze als Auszeichnung.
All dies ermöglicht letztlich einen Blick auf die skurrile Hofkamarilla des schauspielernden Kaisers, deren Einfluss auf die deutsche Politik von tragischer Bedeutung war. Ein wahres Highlight des Films sind die farbigen Szenen der großen Hochzeit des Jahres 1913, bei der die wichtigsten europäischen Monarchen in Berlin und Braunschweig zur Feier zusammentrafen. Diese ersten (deutschen) Filmmeter, die mit einem aufwendigen Vier-Kamera-Verfahren hergestellt wurden, geben einen ungeheuer plastischen Eindruck jener Epoche in Farbe wieder; das alte Europa vor dem Ersten Weltkrieg bei seinem "Tanz auf dem Vulkan". Ein echtes Schmankerl! Insgesamt ist der Film eine gelungene Geschichtsdoku, die mit den Stimmen von Mario Adorf und Otto Sander auch eine gewissene Unverkennbarkeit besitzt. Für den Zuschauer, der nicht so sehr auf lange Paraden, Tschingderassa-Bum und sonstiges militärisches Gepränge steht, ist Schamonis Streifen allerdings eine echte Belastungsprobe. Vielleicht hätten manche Filmsequenzen durch die Einblendung einzelner Bilder anderen Inhalts ersetzt werden müssen, um nicht so sehr den Eindruck einer 90-minütigen Marschmusikparade aufkommen zu lassen. Es erscheint, als habe man den Film nach dem vorhandenen Filmmaterial produziert und nicht oft genug nach der Aussagekraft des Gezeigten gefragt. Constanze Quanz http://www.amazon.de

  • likes, 0 dislikes

Link to this comment:

Share to:

Video Responses

see all

All Comments (0)

Sign In or Sign Up now to post a comment!
Loading...

0 / 00Unsaved Playlist Return to active list
    1. Your queue is empty. Add videos to your queue using this button:
      or sign in to load a different list.
    Loading...Loading...Saving...
    • Clear all videos from this list
    • Learn more