Jedes Jahr bejammern viele Dresdnerinnen und Dresdner die Bombardierung der Stadt am 13. Februar 1945. Mit der Monumentalisierung und Verkitschung eines vermeintlichen Leidens der deutschen Bevölkerung wird eine nationale Opfergemeinschaft beschworen. Pink Rabbit findet das so ärgerlich, dass es nach Dresden aufbricht. Dem Trauerkarneval setzt er mit vielen FreundInnen und phantasievoller Verkleidung das rheinische Original entgegen. Dresden alaaf!
@sweetcrazypee "Blablablabla" - in Kürze, du findest es völlig in Ordnung, dass Zivilisten getötet wurden. Frauen und Kinder haben allesamt den Tod verdient. Typisch linksverdrehter Menschenverachter, nicht anders als die rechten Menschenhasser.
TanjihShou 1 month ago
des Nationalsozialismus die Befreiung näher brachte. Victor Klemperer konnte am Abend vor seiner geplanten Deportation aus Dresden fliehen. Nicht trotz, sondern aufgrund der Bombardierungen. Aber was schert das schon den_die gemeine_n Durchschnitts-Dresdner_ in, wenn es sich so schön im eigenen Leid suhlen lässt.
sweetcrazypee 1 month ago
und Opferseite eingeebnet werden und sich die deutsche Nation ungeniert der Nabelschau des eigenen „Schicksals“ widmen kann. Das Gedenken an die „Bombenopfer“ und das diffuse Gerede vom „Krieg“, in dem angeblich alle gleichermaßen „Opfer“ wie „Täter“ seien, dient qua Verallgemeinerung und Moralisierung der Verharmlosung deutscher Schuld. Dabei reicht ein kurzer Blick in die Biographie eines bekannten Dresdners um deutlich zu machen, dass die Bombardierung Dresdens für die Opfer
sweetcrazypee 1 month ago
und die „Nazis“ (lies: „Clique um Hitler“) als zwei völlig verschiedene Gruppen. Diese Selbstdarstellung der Deutschen weist eine Kontinuität von 1945 bis heute auf und dient der Schuldentlastung, an deren Ende die Versöhnung der Deutschen mit sich selbst steht. Die Trennung des deutschen Kollektivgedächtnisses von dem der Verfolgten hatte und hat zur Folge, dass reale Unterschiede im kulturellen Gedächtnis und dem Umgang mit Erinnerung auf TäterInnen- und Opferseite eingeebnet werden
sweetcrazypee 1 month ago
im Besonderen jedoch die Geschichte der Verfolgten und Ermordeten. Die mangelnde Empathie für die Verfolgten und die Unfähigkeit, sich den (Un)Taten zu stellen, hatte und hat eine permanente Verdrehung von TäterInnen und Opfern zur Folge.
Die Dominanz von Wahrnehmung-, Schuld-, Verantwortungs- und Erinnerungsabwehr im postnationalsozialistischen Deutschland sowohl im öffentlichen wie auch im Familiengedächtnis konstruierte die „Deutschen“ (lies: „unschuldige Zivilbevölkerung“)
sweetcrazypee 1 month ago
sich den historischen Tatsachen, den Verstrickungen der eigenen Familie und der anderer nichtjüdischer Deutscher in Verbrechen und Massenmord zu stellen. Das große moralische Entlastungsbedürfnis der TäterInnen und ihrer Nachkommen trug im Kern den Wunsch in sich, keine Verantwortung für die begangenen NS-Verbrechen Übernehmen zu müssen. Zentrale Bedingung dafür war und ist das Verschweigen und Verharmlosen des Nationalsozialismus im Allgemeinen,
sweetcrazypee 1 month ago
Damit wird der Mythos einer unschuldigen Kunst- und Kulturstadt gepflegt, die scheinbar unerklärlich bombardiert wurde und das Leid der Dresdner_ innen wird in den Mittelpunkt gestellt. Dass es jedoch genau diese Dresdner_innen waren, die Jüd_innen beraubten, entrechteten und ermordeten, wird sprachlich verschleiert.
Geborene Berufsopfer
Der ausschließlich auf das eigene Leiden fixierte Klagegesang in Deutschland – „Wir haben auch gelitten!“ – war von Anfang an Ausdruck des Widerwillens,
sweetcrazypee 1 month ago
Damit wird die Stadt Dresden als frühes Opfer der „Nationalsozialisten“ dargestellt. Die Novemberpogrome werden nicht etwa als der Beginn der Shoa, sondern als Beginn der Zerstörung der Stadt gewertet. Folgerichtig verwendet das Konzept des „Gedenkweges“ den Begriff der „Vernichtung“, der für die millionenfache Ermordung von Jüdinnen und Juden steht, im Bezug auf die Dresdner Bausubstanz.
sweetcrazypee 1 month ago
Wenn sich am 13.2.2010 Bürger_innen an der Dresdner Frauenkirche treffen, um Dresden zur „Opferhauptstadt“ – der Nazis, der Alliierten und der Kommunist_innen zu stilisieren, darf Pink Rabbit nicht fehlen. Darum hat es sich heute zum „Dresdner Gedenkweg“ eingeladen. In der Konzeption heißt es: „Die Dresdner Synagoge als Anfangspunkt des Gedenkweges soll an die Zerstörung ihres Vorgängerbaus durch die Nationalsozialisten im Jahre 1938 als Beginn der 1945 vollendeten totalen Zerstörung erinnern.“
sweetcrazypee 1 month ago
in dem diese bewusst ganze Landstriche verwüsteten und die Bevölkerungen ermordeten, wird ausgeblendet. Hinter dem Gedenken an die „Zerstörung der Stadt“ verschwindet, dass Deutsche – auch Dresdner_innen – systematisch Millionen Jüdinnen und Juden in ganz Europa zusammen trieben, deportierten und in Vernichtungslagern töteten und Sinti, Roma, Homosexuelle, Behinderte und andere verfolgten und ermordeten.
sweetcrazypee 1 month ago