About this user
Die Heimat des Komponisten, Sängers und Kulturvermittlers Ruffin Nkoy liegt in Matongé, einem Bezirk in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo). Kinshasa ist seit vielen Jahrzehnten bekannt wegen seiner lebendigen Vielfalt an Musikstilen und Künstlern und gilt als großer Magnet für afrikanische Musiker aus den verschiedensten Ländern des Kontinents. So ließen sich beispielsweise Fela Kuti und Manu Dibango von der Musikszene Kinshasas inspirieren. Besonders das Stadtviertel Matongé gilt als musikalischer "Umschlagplatz" von Ideen und als Raum für Netzwerke zwischen Künstlern.
Großflächige Bars voller Menschen prägen das Bild des Viertels nicht nur in den Abendstunden. Der Soukous, die typisch kongolesische, rhythmisch sanfte Unter-haltungs- und Tanzmusik, ist in diesem Umfeld entstanden und erfreut sich seitdem in ganz Afrika großer Beliebtheit - auch in ihren schnelleren Variationen, zu denen man besonders in Westafrika gerne tanzt, und abgewandelt in Form des Highlife in Ghana. Aber auch die Rumba, ebenfalls ein musikalisches Markenzeichen des Kongo, wurde in Kinshasa geboren und als sinnlicher, langsamer und die Seele berührender Rhythmus in die verschiedensten afrikanischen, sowie süd- und latein-amerikanischen Musikwelten eingewoben.
Ruffin Nkoy steht in dieser musikalischen Tradition Kinshasas, wurde aber auch von anderen afrikanischen Musikern wie Kalle Jeff, Franco, Tabu Ley, Miriam Makeba und Manu Dibango inspiriert. Seinem Idol Papa Wemba nachzueifern und die genuin kongolesische Musik über die Grenzen des Kongo hinaus bekanntzumachen, wurde zur Antriebskraft seiner künstlerischen Arbeit.
Schon als Zehnjähriger, mit den Wiegenliedern der Mutter im Ohr und den Lokalmatadoren kongolesischer Musik als Nachbarn, gründete Loola seine erste Band. Mit der Unterstützung seines ersten treuen Fans, dem eigenen Vater. Außer den Takthölzern und der Trommel, welche die Kinder aus einer, mit dem Gummi eines Autoreifens überzogenen, großen Blechdose bauten, waren die verwendeten Instrumente gar nicht funktionsfähig, sondern bloße Attrappen. Die Jungen erzeugten die spezifischen Klänge der Instrumente, statt mit Gitarrensaiten und Klavierstimmen, mit der Stimme - "wie beim Gospel", so der Musiker. In der Kinderband stach Ruffin Nkoy besonders als Sänger und Komponist hervor, und Musiker des Viertels wurden auf ihn aufmerksam. 1983 gründete er seine erste Formation "Sophistica de Matongé", mit der er auch durch den Kongo tourte. Zwischen 1983 und 1985 entstanden die ersten Plattenaufnahmen in Kinshasa. Vorerst handelte es sich um Singles in Vinyl, die im Kongo sogenannten "´45er." Mit 21 Jahren zog es Loola nach Gabun, und schon ein Jahr später produzierte er dort mit Unterstützung von Mavuela Somo und Sec Bidens seine erste LP.
Seit 1987 lebt Ruffin Nkoy zwischen Berlin und Paris. In Berlin gründete er zu dieser Zeit die Band "Les Safaris", und seit 1995 arbeitet er kontinuierlich mit seiner Band "L'Universelle Grand-Lokito", bestehend aus sieben Musikern, zusammen. In Paris hat er im Jahr 2000 sein erstes Solo-Album "Ursula" aufgenommen und sich einen persönlichen Traum erfüllt - neben Kester Emeneya kooperierte Papa Wemba mit Ruffin Nkoy. Als DJ und Veranstalter im Berliner Nachtklub "Mandingo" organisierte er zudem afrikanische Konzerte und engagierte sich im kulturellen Austausch. Europa sieht Ruffin Nkoy in diesem Sinn als Raum für seine künstlerische Weiterentwicklung, aber die Quelle seiner musikalischen Inspiration bleibt weiterhin der Kongo. Er betrachtet sich als Botschafter der "richtigen kongolesischen Musik", und die kongolesischen Congas, sowie die große Tam-Tam-Trommel sind essentielle Bestandteile seiner Arrangements. Aber auch die Weiterentwicklung und Bereicherung der landestypischen Musik im Dialog mit Kongolesen in Europa und dem Kongo ist ein Anliegen des Künstlers. Die neue CD "Mystique" wartet daher mit einigen Innovationen auf. Souleymane Touré aus Côte d'Ivoire spielt die für kongolesische Musik unübliche Talking Drum, eine kleine Trommel aus dem Senegal, welche unter den linken Arm geklemmt und mit zwei Stöcken geschlagen wird. Auch die westafrikanische Djembe ist auf der neuen CD zu hören - ebenfalls ein im Kongo ungebräuchliches Instrument. Ruffin Nkoy Loola arbeitet auf dieser CD mit Papa Wemba und Koffi Olomide, dem kongolesischen Superstar des Soukous, zusammen, und auf der zur CD gehörigen DVD kann man neben deutschen und kongolesischen Tänzerinnen auch eine arabische Bauchtänzerin bewundern.
Ruffin Nkoy hat nie eine Musikschule besucht. Er komponiert, textet und arrangiert allein nach dem Gehör - und das mit beachtlichem Erfolg.
Hometown
Matongé / Kinshasa - Congo
Country
Germany