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AdPl - Ta ei fr Chao
Markus Maria Profitlich, der deutsche Meister im Comedy-Schwergewicht trifft auf Adrian Plass, den populärsten Schriftsteller des christlichen Universums. Freuen Sie sich auf Chaoten in Höchstform!
"Was sich liebt, das neckt sich" - und wer die Kirche, wer die Gemeinden und Hauskreise der Nachfolger Jesu liebhat, der darf sie satirisch aufs Korn nehmen, ganz sicher. Leute, die über sich selbst lachen können, sind mir allemal sympathischer und wirken auch viel glaubwürdiger als jene Frommen, deren Christsein nur in bierernster Strenge oder bedeutungsschwerer Würde daherkommt. Was Altes und Neues Testament an z. T. knallhartem Spott bieten, ist durch die deutsche Übersetzung und den fehlenden zeitgeschichtlichen Rahmen leider nur noch blaß zu erahnen:
Die Menschen bauen einen Turm, "der bis an den Himmel reicht" - und Gott muß "herniederfahren", um ihn sehen zu können (l. Mose 11, 4.5). Ein Volk betet hölzerne Götterstatuen an - und Prophet Jesaja empfiehlt, sich auf dem Brennholz lieber ein Steak zu grillen (Jes. 44,14-20). Die Pharisäer lehren ein ausgeklügeltes Moralsystem mit 613 Einzelvorschriften aus der Thora - und Jesus serviert sie ab mit dem für damalige Zuhörer sehr witzigen Vergleich "Ihr siebt Mücken heraus und verschluckt Kamele!" (Matth, 23,14).
"Wenn ich Ihre Predigten höre, dann glaube ich, daß Sie eines Tages als Märtyrer sterben könnten!" sagte der baptistische Erweckungsprediger Charles Haddon Spurgeon (1834-1892) zu einem Kollegen. "Tatsächlich?" fragte der Amtsbruder geschmeichelt, "spreche ich so kämpferisch und gewagt?"
"Nein, das nicht. Aber wer so dürre Gedanken in so trockene Worte faßt, der müßte doch eigentlich gut brennen!"
Spurgeons eigene Predigten waren weder dürr noch trocken, sondern - humorvoll. Und das lateinische "humor" heißt zunächst einfach "Feuchtigkeit, Saft". Die Alchemisten im Mittelalter nannten die Körpersäfte des Menschen "humores naturales". Der britische Humor war immer ebenso feinsinnig wie saftig. Deftig und derb bisweilen, für Deutsche manchmal oberhalb der Schmerzgrenze.
Adrian Plass, Verfasser des "Heiligen Tagebuchs", hat beim "Greenbelt"-Festival in England vor 25.000 und beim "Flevo"-Festival in Holland vor 9.000 Zuhörern am anhaltenden Applaus gespürt, daß sich seine Beobachtungen des Menschlich-Allzumenschlichen mit denen der Leser deckten. Daß Evangelikale und Charismatiker, Volks- und Freikirchler, Prediger und Laien ein kräftiges "So ist es!"-Erlebnis hatten, wenn sie die rührenden Bemühungen des Erzählers mitverfolgten, ein rechter Christ zu sein. Daß Ihre Barmherzigkeit mit menschlichen Schwächen, Ihre Geduld mit Unzulänglichem und Ihr selbstkritisches Augenzwinkern von den Alltagsabenteuern des Adrian Plass wiederbelebt werden.
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