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HM III B, 61 Galoppmarsch "Leichte Kavallerie" von Wilhelm Lüd...
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HM III B, 61 Galoppmarsch "Leichte Kavallerie" von Wilhelm Lüdecke.
Gezeigte Flagge: Flagge des Reichswehrministers 1921-1933
Mit diesem Stück gelang dem Komponisten ein ganz auffallend guter Galoppmarsch, kraftvoll, melodisch, abwechslungs- und inhaltsreich mit 4 Teilen zu je 16 Takten, dazu 4 Einleitungstakte und 2 Übergangstakte ins Trio, also ein groβes und klar gegliedertes Werk. Wilhelm Lüdecke (*1868, +1938) war um die Jahrhundertwende 1900 eine bedeutende Persönlichkeit für die Militär- und Blasmusik. In seinem Musikverlag in Bismark, gelegen in der Altmark 60 km nördlich Magdeburg, erschienen die damals bekannten "Bismarker Marsch-Alben" bzw. "Bismarker Blas-Tänze" in zahlreichen "Lieferungen" zu 8 bzw. 16 Stücken. Militär- und Civilmusiker gaben ihre Werke gern dorthin. Viele Stücke schrieb der begabte Komponist selber, andere arrangierte er. Den Musikverlag führte dann seine Tochter Emmy, verheiratete Frau Becker weiter.
Joachim Toeche-Mittler (1906-1996)
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AM II, 203 (auch: AM III, 64) Marche militaire von Pauline Viardot-Garci...
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AM II, 203 (auch: AM III, 64) Marche militaire von Pauline Viardot-Garcia, arrang. von Wilhelm Wieprecht. Komponiert 1867 in Baden-Baden und der preußischen Königin Augusta gewidmet.
Jede Sammlung hat Stücke, die durch besondere Umstände hineinkamen. So enthält die Marschsammlung der preuβischen Könige die Kompositionen einer französischen Sängerin. Wie kam es dazu?
Die Komponistin dieses Marsches war eine in Europa hoch gefeierte Sängerin, Tochter aus einem hochmusikalischem, spanischen Haus. Als Pauline Garcia 1821 in Paris geboren wurde, erhielt sie beste und vielseitige Ausbildung. Mit ihrer herrlichen Alt-Stimme hatte sie bereits 16jährig in Brüssel Erfolg. Auf Konzertreisen nach Berlin, Dresden, Frankfurt/Main, Leipzig fand sie Begeisterung. In London war ihr erstes Engagement. Ihr von Jubel erfülltes pariser Auftreten in Rossini-Opern veranlaβte den Direktor des pariser Theaters Italien, Louis Viardot, die Künstlerin 1839 bei sich zu verpflichten. Zwei Jahre später (1841) heiratete er sie und zog mit ihr als ihr Impressario durch Deutschland, Italien, Spanien, Ruβland und England. Am 1. Januar 1847 sang sie an der königlichen Oper Berlin in Rossinis "Barber von Sevilla" in deutscher Sprache und wurde auch hier stürmisch gefeiert. Ab 1862 entsagte sie der Bühne, nahm Wohnsitz in Baden-Baden als Gesanglehrerin und widmete sich vielseitigen Kompositionen.
Hier entstand 1867 dieser Marsch. Er ist fünfteilig, beachtlich durch scharf rhythmische Gegensätze zu weichen Melodien. Um das Stück der Allgemeinheit und der berühmten Armeemarsch-Sammlung bekannt zu machen, schrieb sie an Wilhelm Wieprecht, der ihr das Stück für Militärmusik arrangierte. Ihr Briefwechsel ist in fehlerlos deutscher Sprache und -- natürlich in deutscher Schrift! Ein solcher Brief, den ich habe, weist auf die Widmung an die preuβische Königin Augusta hin, und daβ auch deren Tochter Luise, Groβherzogin von Baden, den Marsch haben will. Eine langjährige Freundschaft mit dem russischen Dichter Iwan Turgenjew hatte zu gemeinsamer Verehrung der preuβischen Königin geführt. Dem Titel "Augusta-Marsch" wurde nicht stattgegeben. Aber als Komposition einer so groβen Künstlerin und mit Widmung der Königin fand Anfang 1870 die Aufnahme als Armeemarsch statt. Durch den sicherlich richtigeren Titel "Marche militaire" hat die Sammlung jetzt zwei dieses Namens; doch ist der "Grande Marche militaire" (AM II, 138) ein Salonstück, das nie ein Marsch geworden war und daher auch nicht gespielt wurde. Aber der Marsch der Viardot wurde ebenfalls nicht gespielt und blieb eine Widmung.
Während des Krieges 1870/71 war die Komponistin in London. Dann zog sie nach Paris, wo sie 1910 starb.
Joachim Toeche-Mittler (1906-1996)
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Greetings form Croatia,
Goran S.