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MvsN hängen nun auch schon ein paar Jahre in ihrem verschimmelten Kölner Proberaum und ruinieren sich die (Wohlstands-) Gesundheit. Auf „mould-mouth" (Saftkugler Unlimited --VÖ: 14.04.07) ziehen sie eine beachtliche Bilanz ihres bisherigen Schaffens, das sich meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit zugetragen hat.
Mit sporadischen, aber großartigen Auftritten und der exzellent-krachigen „white one with doctor"-Mini-LP haben sie es bis dato eher gemütlich angehen lassen, was ihre öffentliche Präsenz angeht. Gemütlich aber sind weder ihr Proberaum, noch die Auftritte (die ersten Reihen gehen gern ein paar Schritte zurück), und schon gar nicht die Musik.
MvsN sind eigen und „keine Routine" sollte eigentlich als Bezugsrahmen genügen. Wer aber unbedingt mehr Bezüge braucht, dem sei gesagt, dass sich auf „white one.." eine genialistisch-reduzierte Version von Killdozers „King of Sex" wiederfindet. Und auf „mould-mouth" gelingt es ihnen den God Bullies Klassiker „I want to kill you" für das 21.Jahrhundert zurechtzustutzen. MvsN haben eine Vorliebe für amerikanische End-80iger Gitarrenmusik, die den Begriff Punk um Individualität erweitert, bevor mit Grunge das ganz große Kategorisieren angefangen hat.
Aber so ganz ernst sollte man das mit der Vorliebe nicht nehmen, denn eine 6-saitige Gitarre sucht man in ihrem Line-up vergeblich. Till Ä. Jann (Bass), Biff Dr. Bindel (Keyboard, Saxofon) und Raouf D. Khanfir (Gesang) wagen sich mit wechselnden Schlagzeugern bzw. Drumcomputern an so einiges heran, was in Noise Core-Kreisen noch als unerforschtes Neuland gilt. 2007 stehen MvsN mit „mould-mouth" für groß angelegte Musik, die sich um Virtuosität nicht kümmert. In diesem Sinne, sind MvsN sicherlich Punk, und zwar Punk, der nicht wie ein beschissener 8-Stunden-Arbeitstag in einer 5-Tage-Woche funktioniert.
Amen