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Engerlingraucher

Kreuzweingarten (D), kath. Kirche Hl. Kreuz - Vollgeläute

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Seit 1988 erklingen 5 Glocken vom Turm von Hl. Kreuz in Kreuzweingarten.
Im Jahre 1266 wurde bereits eine Kirche für "Wingardin" erwähnt. Die heutige Kirche ist ein im Kern mittelalterlicher Bau aus dem 14.Jahrhundert. Dazu zählen der Turm, das Langhaus sowie der Chor. Jedoch wurde das Langhaus im 17. und im 18.Jahrhundert grundlegend umgebaut. 1660 fügte man ein Seitenschiff an. Ein Großteil der heutigen Ausstattung stammt noch aus der Mitte des 18.Jahrhunderts. Ein Dreinagel-Kruzifix, welches noch aus spätgotischer Zeit stammt, hängt in einem Bogen über der Ausgangstür. Von hohem Wert sind auch die Fenster, die zwischen 1929 und 1931 von Ludwig Preckel angefertigt wurden. Die Orgel ist das letzte Werk des in einst in Kuchenheim ansässigen Orgelbauers Franz Joseph Schorn. Das Instrument verfügt über 9 Register, und wurde im Jahre 1901 gebaut. Eine Restaurierung erfolgte 1982 durch die Orgelbaufirma Weimbs aus Hellenthal.
Im Turm befinden sich 5 Glocken, die aus 4 verschiedenen Jahrhunderten stammen. Der Kölner Glockengießer Heinrich von Gerresheim schuf im Jahre 1398 die Kreuzglocke. Auf ihr befinden sich ein Relief des hl. Georg im Kampf gegen den Drachen sowie das Gießersiegel Heinrich von Gerresheims. Jan van Alfter fügte dieser Glocke 1477 die heutige kleine Marienglocke hinzu. Auffällig ist ihre zweizeilige Inschrift in gotischen Minuskeln, was für Dorfglocken zu dieser Zeit äußerst ungewöhnlich war. Man darf jedoch davon ausgehen, dass diese Glocke vom Stift Bad Münstereifel gestiftet wurde, da sich auch die Namen der Patrone der dortigen Kirche auf der Kreuzweingartener Glocke befinden. Aus Anlass des Westfälischen Friedens beauftragte man im Jahre 1649 den französisch-lothringischen Wandergießer Claudius Lamiral mit dem Guss der großen Marienglocke. Allerdings hatte diese Glocke wohl schon eine Vorgängerin, deren Gießer und Gussjahr bis heute nicht bekannt ist. Die heutige Glocke hat jedenfalls eine bewegte Geschichte hinter sich. Im 2.Weltkrieg wurde sie, um sie vor dem Einschmelzen zu bewahren, nach St.Josef in Köln-Poll "verliehen", wo sie jedoch aus dem brennenden Turm stürzte und einen Riss an der Kronenplatte bekam. Dieser wurde anfangs notdürftig geflickt, jedoch breitete er sich so weit aus, dass die Glocke 1959 von der Fa. Witte in Leverkusen-Schlebusch geschweißt werden musste. Es dauerte jedoch nicht lange bis die Schweißnaht erneut aufsprang. Die Glocke musste schweigen! Sie wurde danach für irreparabel erklärt und auf dem Friedhof als Mahnmal aufgestellt. 1977 wurde als Ersatz bei der Fa. Mabilon & Co. in Saarburg die Margaretaglocke gegossen. 11 Jahre später entstand in der selben Firma die Engelglocke. Der Grund für diese erneute Erweiterung war, dass man die große Marienglocke nun doch für reparabel hielt. Sie wurde diesmal von der Fa. Lachenmeyer in Nördlingen geschweißt. Jedoch standen die Kreuzweingartener vor einem mehr oder weniger großen Problem: Wohin mit der großen Marienglocke? In der Glockenstube selbst sind die Platzverhältnisse nicht gerade großzügig, sodass man sie im Turmhelm aufhängen musste. Dort wurde eigens für sie ein neuer Glockenstuhl gebaut. Ein schönes und unverwechselbares Geläut ist hier entstanden!
Bis heute wird in Kreuzweingarten der uralte Brauch des Beierns gepflegt. Gebeiert wird nach wie vor an den höchsten kirchlichen Feiertagen sowie zu den Pfarr- und Schützenfesten. Hierbei kommen immer alle 5 Glocken zum Einsatz.

Margaretaglocke, Schlagton f'-5, Gewicht ca. 1.000 kg, Durchmesser 1180 mm, gegossen im Jahre 1977 von der Fa. Mabilon & Co. in Saarburg.

Große Marienglocke, Schlagton ges'-6, Gewicht ca. 535 kg, Durchmesser 995 mm, gegossen im Jahre 1649 von Claudius Lamiral.

Kleine Marienglocke, Schlagton as'-5, Gewicht ca. 500 kg, Durchmesser 980 mm, gegossen im Jahre 1477 von Jan van Alfter.

Kreuzglocke, Schlagton b'+2, Gewicht ca. 300 kg, Durchmesser 812 mm, gegossen im Jahre 1398 von Heinrich von Gerresheim.

Engelglocke, Schlagton des''-2, Gewicht ca. 240 kg, Durchmesser 730 mm, gegossen im Jahre 1988 von der Fa. Mabilon & Co. in Saarburg.

Für die Aufnahmeermöglichung möchte ich mich in besonderer Weise bei Pfarrer Lodziana bedanken! Show less
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Glocken und Geläute in Nordrhein-Westfalen.
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