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Alle rechte liegen bei der Ard.
Augen auf: Katzenfänger gehen um
Derzeit verschwinden auffällig viele Katzen. Innerhalb weniger Tage waren es acht in...
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Alle rechte liegen bei der Ard.
Augen auf: Katzenfänger gehen um
Derzeit verschwinden auffällig viele Katzen. Innerhalb weniger Tage waren es acht in der Brunnenbergstraße, in Bingen, Scheer, Meßkirch und Mengen jeweils zehn. Katzenhalter gehen davon aus, dass sie von Katzenfängern "geerntet" wurden. Um zu fahnden, braucht die Polizei aber konkrete Hinweise der Bürger.
SIGMARINGEN (vr) In der Brunnenbergstraße gibt es seit dem 1. Mai keine Katzen mehr. Sie sind über Nacht verschwunden, alle acht. Im Tierheim bestätigt Pino Berarducci: "Katzenhalter aus Scheer, Mengen und Meßkirch haben angerufen: dort sind innerhalb drei Tagen jeweils um die zehn Katzen verschwunden."
Anfang des Jahres war bei der Polizeidirektion Sigmaringen die Nachricht eingegangen, dass in Herbertingen, um die acht Katzen aus einem Wohngebiet verschwunden seien. Und aus Bingen kam vergangene Woche die ähnliche Nachricht. Die Katzenhalter sind sich sicher: Es sind Katzenfänger unterwegs, die in kurzer Zeit Tiere fangen und diese dann mitnehmen.
"Wenn mein Kater Glück gehabt hat, ist er schnell gestorben und das Fell wurde als Rheumadecke verwertet. Vielleicht ist er aber noch in der Pharmaindustrie gequält worden", erklärt Markus Zeller, der Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat. Zeller vermutet, dass der Katzenfänger bei Nacht auf dem Parkplatz des Landratsamtes Duftstoffe ausgebreitet und die Katzen angelockt hat.
Auch die Polizei geht davon aus, dass Katzenjäger bei Nacht agieren. Doch konkrete Informationen liegen nicht vor: "Vieles beruht auf Spekulationen. Wir haben zu wenig Griffiges, um ermitteln zu können", klagt Edwin Dobler, Pressesprecher der Polizeidirektion Sigmaringen. Dobler erklärt, dass die Katzen Opfer der Fellindustrie, der Pharmakonzerne, von Fasnachtszünften oder von Katzenhassern sein könnten. So richtig wisse das aber niemand.
Katzenhasser vergiften die Tiere ihrer Umgebung oder schießen auf sie. "Doch so einfach ist es mit dem Vergiften nicht", erklärt Tierarzt Dr. Andreas Busch. Katzen fressen das Gift nicht freiwillig, man muss es dem Futter beimischen. Wenn sie schnell daran sterben, bleiben sie irgendwo in einem Garten oder im Wald liegen. Manche verkriechen sich zum Sterben, die meisten schauen aber, dass sie heim kommen. Dann weiß der Katzenhalter wenigstens Bescheid über den Verbleib seines Haustieres. "Doch wenn acht Katzen auf einmal spurlos verschwinden, können sie nicht alle vergiftet worden sein", erklärt Daniela Hölzler, deren Katze am Brunnenberg verschwunden ist. Beobachtungen melden
Die Polizeidirektion geht davon aus, dass Katzenfänger von weiter her kommen und auffällige Kennzeichen haben müssten. Auch müsste es sich bei den Fahrzeugtypen um Kleinbusse und Transporter handeln, in denen Käfige eingebaut sind. Die Bürger sollten wachsam sein und außergewöhnliche Personen oder auffällige Fahrzeuge bei der Polizei sofort melden, auch bei Nacht. "Dann könnten wir per Funkfahndung überregional alle Polizeistationen und Streifen benachrichtigen. Da ist ein Fahndungserfolg eher möglich, weil die Täter nicht so schnell verschwinden können", erklärt Dobler. Deshalb ruft die Polizeidirektion die Bürger auf, ihr Umfeld zu beobachten und bei Auffälligkeiten sofort zu reagieren. Den Katzenhaltern rät Dobler, beim Tierheim und bei der Polizei den Fall zu melden.
Auch Zeller sieht die einzige Chance, Katzenjäger zu fassen, in der Vernetzung von Polizei, Tierheim und Katzenhalter. "Die Informationen müssen ganz schnell bei allen vorliegen, damit die Polizei fahnden kann und die Bürger ihre Tiere besser beaufsichtigen und vor allem nachts in der Wohnung behalten." Zeller schlägt die Einrichtung einer Art Katzennotruf vor.
Quelle: http://www.szon.de/lokales/sigmaringe...
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