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(3 days ago)

Kleiner Mann - was nun? von Hans Fallada In einer Fassung von Luk Perceval...
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Kleiner Mann - was nun? von Hans Fallada In einer Fassung von Luk Perceval
Premiere am 25. April 2000, Münchner Kammerspiele, Schauspielhaus
Als Johannes Pinneberg und seine Freundin Emma Mörschel, genannt Lämmchen, einen Frauenarzt aufsuchen, um sich nach Verhütungsmethoden zu erkundigen, erfahren sie, dass Lämmchen im zweiten Monat schwanger ist. Das ist der Beginn einer großen hoffnungsvollen Liebesgeschichte. Nach einer Blitzhochzeit bezieht das junge Paar eine möblierte Wohnung am Stadtrand von Ducherow. Gegenüber seinem launischen Chef Emil Kleinholz, der ihn mit seiner Tochter Marie verkuppeln will, hält Pinneberg seinen neuen Familienstand geheim. Als Pinneberg bei einem Sonntagsausflug aber mit Lämmchen in inniger Umarmung von Familie Kleinholz gesehen wird und es tags darauf zu einem hitzigen Wortgefecht mit Marie kommt, fällt die Wahl auf Pinneberg, als sich Kleinholz zum monatlichen Kündigungstermin von einem seiner Mitarbeiter trennt. Aber Pinneberg braucht Arbeit, denn er hat Angst vor dem Absturz. Rettung kommt aus Berlin von Pinnebergs Mutter Mia, einer ehemaligen Bardame. Durch dubiose Beziehungen erhält Pinneberg trotz Konjunkturkrise eine Stelle als Verkäufer für Herrenkonfektion. Am Abend des 14. März 1931 bringt Lämmchen den Sohn Horst, genannt Murkel, zur Welt. Doch das Familienglück währt nicht lang. Aufgrund seiner kurzen Nachtruhe ist Pinneberg unpünktlich, übermüdet und unkonzentriert bei der Arbeit. Es fällt ihm schwer, das monatliche Verkaufssoll zu erfüllen. Er wird abgebaut und ist nun einer von Millionen Arbeitslosen während der Weltwirtschaftskrise. Wie für viele stellt sich auch für die Pinnebergs die Frage: Was tun?, während der soziale Abstieg unaufhaltsam beginnt.
Nach SCHLACHTEN, TRAUM IM HERBST (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2001), OTHELLO, LULU LIVE und TROILUS UND CRESSIDA setzt der flämische Regisseur Luk Perceval mit KLEINER MANN, WAS NUN? seine Arbeit an den Münchner Kammerspielen fort. Ab 2009 wechselt er als Oberspielleiter an das Hamburger Thalia Theater.
Regie Luk Perceval Bühne Annette Kurz Kostüme Ilse Vandenbussche Dramaturgie Matthias Günther Musik Mathis B. Nitschke Video Luk Perceval, Martin Noweck, Philipp Trauer Licht Max Keller
Mit: Peter Brombacher, Gundi Ellert, Paul Herwig, André Jung, Tina Keserovic, Hans Kremer, Stefan Merki, Annette Paulmann, Wolfgang Pregler
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(2 months ago)

Susn von Herbert Achternbusch
Premiere 24. April 2009, Münchner Kammerspie...
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Susn von Herbert Achternbusch
Premiere 24. April 2009, Münchner Kammerspiele, Werkraum
Achternbusch erzählt in wenigen Bildern das Leben der rothaarigen Susn aus dem Bayerischen Wald. Susn ist eine freie Radikale, die an den Zwängen ihrer Welt ebenso radikal scheitert wie sie gegen sie aufbegehrt. Im ersten Bild sieht man sie als 17-jährige Schülerin beichten. In einem sprudelndem Erzählfluss zieht sie eine erste Lebensbilanz und verteidigt ihre wilde Entschlossenheit, aus der Kirche auszutreten. "Ich wollte nicht länger in der Gemeinschaft derer bleiben, von denen ich weiß, dass ihr Glaube nur eine Kopfhaltung ist." Zehn Jahre später sehen wir Susn, inzwischen hoffnungsfroh vom Land in die Stadt gezogen, in ihrem Studentenzimmer. Allein. In einer Gewitternacht. Mit den Mitteln der fortgesetzten Selbstbehauptung durch Sprache entsteht eine erotische Phantasmagorie, die endet mit dem Schrei aus der Musik "Be Careful With That Axe Eugene." Weitere zehn Jahre später lebt Susn mit einem Schriftsteller, dem sein Schreiben längst zum alle anderen ignorierenden Selbstgespräch geworden ist. Im letzten Bild sitzt Susn schnapsbewehrt in einer Kirche. "Ja, oft mecht i koan Menschn mehr sehng und von koan Herrgott was wißn, aber wer solltn mir zuhörn, wenn net der Herrgott?". Achternbusch hat seine Susn mit einem Lebenshunger ausgestattet, für den es in der Welt, so wie sie sie vorfindet, nicht die entsprechende Nahrung gibt. Zugleich besitzt sie eine ungeheure Verweigerungsenergie. Das muss natürlich himmeltraurig enden. Denn: "Wahrscheinlich ist die Revolution eben doch ein jetzt täglich zu leistender Prozess und nicht ein einziger blutiger Tag auf den man hinarbeiten muss." Es ist also Zeit für einen neuen Achternbusch, auch oder gerade, wenn er wie Susn 29 Jahre alt ist.
Regie Thomas Ostermeier Bühne und Kostüme Nina Wetzel Dramaturgie Julia Lochte Musik Nils Ostendorf Video Sebastien Dupouey Licht Björn Gerum
Mit: Brigitte Hobmeier, Bernd Moss
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(4 months ago)

PING PONG D'AMOUR von René Pollesch
„Gedanken sind nicht so stabil, wie da...
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PING PONG D'AMOUR von René Pollesch
„Gedanken sind nicht so stabil, wie das zum Beispiel ein Hollywood-Drehbuch behauptet. Darum muss man die Perspektive wechseln und eine widersprüchliche Gesellschaft erzählen, wo die Leute paradox denken oder Gedanken wechseln. René Pollesch
Die Schauspieler sind Superhelden und müssen die Welt retten. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, im Theater, existiert noch immer das Konzept „Seele. Überall Seele! Deshalb wird noch immer „Hamlet gespielt.Noch immer dominiert die Rede von der Unsterblichkeit eines Theaterstücks.Nachdem der Autor längst tot ist. Alle glauben daran, aus einem christlichen Reflex heraus. Die Superhelden wollen die Welt als Leiche denken! Es gibt nur Werden! Sterben! Das Leben ist kein Werden, das ist Sein. Sein von der übelsten Sorte. Nur das Sterben ist Werden. Was wäre, würde man nicht an die Unsterblichkeit der Seele, sondern an die Unsterblichkeit des Körpers denken. Dann könnte man den unsterblichen Körper von Thomas Bernhard, wie die russischen Immortalisten es fordern, in den Weltraum schießen, damit wir ihn uns da oben ansehen können. Warum immer nur Seele und Seele, und n o c h ein unsterblicher Text, der unsere Welt beseelt, davon gibt es doch nun wirklich genug. Wenn Thomas Bernhards unsterblicher Körper dort oben am Himmel leuchtet, können wir die Welt endlich als Leiche denken. Schluss mit der Seele! Unsterblichkeit für alle! Die Superhelden werden die Welt retten! Aber wie können sie das tun? Es müsste einen Kampf geben der Guten gegen die Guten!
Der Autor und Regisseur René Pollesch hat mit Katja Bürkle, Bernd Moss und Martin Wuttke einen Splatter-Boulevardabend mit Hyperspeedtexten und Trickmechaniken entwickelt. Brillen auf und los!
Regie René Pollesch Bühne Janina Audick Kostüme Tabea Braun Dramaturgie Matthias Günther Video Kathrin Krottenthaler Licht Christian Schweig
Mit: Katja Bürkle, Bernd Moss, Martin Wuttke
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(5 months ago)

Maß für Maß von William Shakespeare Deutsch von Jens Roselt in einer Bearbe...
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Maß für Maß von William Shakespeare Deutsch von Jens Roselt in einer Bearbeitung von Stefan Pucher
Premiere am 17. Januar 2009 im Schauspielhaus
Wozu Gesetze? Statt mit der Last der Paragraphen leben die Bürger mit ihren Lastern und so lange sich keiner stört, kann jeder tun, was recht ist. Allerdings: wie viel Freiheit und wie viel ungezügeltes Leben kann ein Staat vertragen? Vienna droht Chaos und Untergang, denn die Stadt ist ein Sündenpfuhl, die Sitten sind verroht und die Moral ist im Eimer. Was tun? Die Stadt bräuchte einen Tugendwächter, der die Sittenlosigkeit rigoros bestraft, so wie es das Gesetz eigentlich vorsieht. Aber wer will unerbittliche Strenge gegen die Eigenart der menschlichen Natur anwenden? Viennas Herzog Vincentio jedenfalls ist ein nachsichtiger Herrscher, der den alten Gesetzen nicht traut, zu sehr ist er fasziniert vom Traum des freien Lebens und der individuellen Autonomie. Daher braucht Vincentio zum einen Urlaub zum anderen einen Stellvertreter, der statt seiner die Sache regelt. Vincentio übergibt die Regierungsgeschäfte mit allen Vollmachten seinem Statthalter Angelo, der die untergehende Stadt wieder auf Kurs bringen soll. "Nicht tot war das Gesetz, geschlafen hat es nur. Jetzt ist das Gesetz erwacht", erklärt Moralapostel Angelo und säubert mit ungeahnter Energie die Stadt. Mit Stahlbesen wird die Sünde weggefegt, kein Bordell darf offen stehen und jegliches sexuelle Verlangen führt in die Katastrophe. Liebende, die nicht verheiratet sind, illegitim Kinder zeugen, verlieren den Kopf. So soll es jedenfalls mit Claudio geschehen, der ein junges Mädchen geschwängert hat. Rettung verspricht nur Claudios strenge Schwester Isabella, eine Novizin, die im Nonnenkloster weilt und eigentlich Angelos Moralvorstellungen teilt. Der Anblick dieser "reinen Seele" erregt Tugendwächter Angelo derart heftig, dass er zum unmoralischen Händler wird und das Leben des Bruders gegen eine Nacht mit ihr zum Tausch vorschlägt. Isabella möchte ihren Bruder lieber sterben sehen, als ihre Unschuld in dieser verdorbenen Welt zu verlieren. Aber es gibt noch eine andere Lösung, die kennt ein zweifelhafter Mönch, der in Wahrheit Herzog Vincentio ist, der Angelos Treiben undercover beobachtet. Shakespeare erzählt in MASS für MASS von Stellvertretern und Stellvertretungen, von Moralvorstellungen, die er gleichzeitig beschwört und entwertet.
Regie Stefan Pucher Bühne Barbara Ehnes Kostüme Annabelle Witt Dramaturgie Matthias Günther Musik Marcel Blatti Video Chris Kondek Licht Stephan Mariani
Mit: Tabea Bettin, Peter Brombacher,Selale Gonca Cerit, Walter Hess, Brigitte Hobmeier, Christoph Luser, Stefan Merki, Lasse Myhr, Wolfgang Pregler, Thomas Schmauser,Sebastian Weber
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(5 months ago)

Bulbus von Anja Hilling
Deutsche Erstaufführung
Premiere am 23. Januar 2009...
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Bulbus von Anja Hilling
Deutsche Erstaufführung
Premiere am 23. Januar 2009 im Werkraum
Bulbus ist in der Anatomie ein zwiebelförmiges Organ wie z.B. der Augapfel. Bei Anja Hilling ist BULBUS zunächst ein Dorf am Fuß eines Berges, am Rande der Welt, seltsam aus der Zeit gefallen. Die vier alternden Bewohner scheinen mit ihrem Dorf verwachsen, Bulbuser Urgestein: Die Dorfpolizistin Rosa züchtet Himbeeren und wartet auf ausbleibende Ereignisse. Albert Ross hat eine unbewohnte Pension, Hühner und einen kurzen Atem. Jutta Schratz steht in ihrem Gemischtwarenladen, der alte Markidis geht ihr zur Hand. Des Abends trifft man sich auf der Eisstockbahn und erzählt sich Geschichten. Und: "Die Geschichten sind gut. Alles drin. Vertrauen Idealismus Verrat Mut. Angst und Schuld. Die ganz großen Themen. Was brauchst du noch. Die Willkür der Handlung. Die Verkettung der Umstände. Blitz und Donner. Die Gemeinsamkeit der Hauptfiguren. Also auch Liebe. Später. Viel später." Und da sind sie auch schon, die Hauptfiguren: Was wie eine Schreibanleitung klingt, flüstert Manuel der jungen Amalthea ins Ohr, die nach einer Eisdusche in der schönen Pension plötzlich wie gefroren in seinen Armen liegt. Seine Worte werden zum Handlungsmotor, angeworfen vom alten Markidis. Er hat Bulbus bei dem Wettbewerb STILLE DÖRFER SIND TIEF angemeldet und so kam Manuel, ein junger Reporter nach Bulbus. Amalthea ist zeitgleich einem Traum gefolgt und landet im Dorfbus des alten Markidis, der diesen für eine einzige Fahrt reanimiert. Manuel und Amalthea bringen die Vergangenheit der Bewohner zum Vorschein und reißen Bulbus aus seinem Dornröschenschlaf. Außer der Dorfpolizistin sind alle in Bulbus gestrandet: Eine Frau, die ihre kleine Tochter verlassen hat, ein Mann, der einen Richter erschossen hat um einen Griechen zu rächen, ein Kronzeugenpaar das Doppelselbstmord begeht und einen Sohn zurücklässt. Bei den Zusammenkünften an der Eisstockbahn werden die einstigen Begebenheiten rekonstruiert: Die Figuren schlüpfen in ihre Vorgeschichten und früheren Beziehungen wie in Wintermäntel, die man überziehen und wieder abstreifen kann. Anja Hilling hat mit BULBUS einen poetischen Dorfkrimi geschrieben, in dem alles mit allem schicksalhaft zusammenhängt und nichts definitiv bewiesen werden kann. Denn die Hälfte unseres Sehorgans blickt nach innen.
Regie Christiane Pohle Bühne Annette Kurz Kostüme Diana Ammann Dramaturgie Julia Lochte Musik Rainer Süßmilch Licht Jürgen Tulzer
Mit: Jean-Pierre Cornu, Gundi Ellert, Lena Lauzemis, Jochen Noch, Annette Paulmann, Edmund Telgenkämper
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