Die Bilder scheinen mir jetzt an einem Ort zu sein, der jener Zeitlichkeit entzogen ist die gleich dem Wind, der über die nächtlichen Dünen der Sahara streicht unmerklich die Konstrukte unserer Erinnerung in das Vergessen trägt. Die Begegnung selbst, die mich zu diesem Abend brachte war zufällig - eine Laune des Sommers und eine Laune zweier Personen deren Lebenslinien für einen flüchtigen Moment zur Tangente des jeweilig Anderen wurden.
Da saß ich also, neben diesem fremden Mann, vorne auf der Bühne ging der Antiheld mitsamt seines Gefolges - nicht ohne Ironie - zu Grunde. Die Musik füllte den Raum mit ihrer eigenartigen Architektur der Erotik. Irgendwo im Parkett saß ich, überwältigt, losgelöst, so als würde mir all das Subtile in Händels Musik offenkundig werden - die Leidenschaft, die hinter dem Ungesagten liegt und sich dort dem Wort und seiner Interpretation entzieht, sodass wir ihr nur blind und wortlos folgen können.
Die Grenze meiner Empfindsamkeit schien sich über meine Haut bis in die letzte Faser meiner Kleidung zu erstrecken und so fühlte ich jeden Hauch einer Berührung, ja sogar schon die Vorstellung einer Berührung, die sich durch die zufällige Begegnung meines unbekannten Nachbarn oder mir ergab.
Ich kannte ihn flüchtig und er sollte mir auch weiter fremd bleiben. Doch diese drei Stunden in denen das Sehnen, das Wünschen, getragen von dieser unnachahmlichen Musik selbst einen Moment der Ewigkeit erfuhr bleiben mir als Gefühl, einem fernen Land gleich nicht fassbar, nicht verstehbar jedoch erfüllt von jener wahrhaftigen Schönheit die nicht willkürlich berührt werden kann, die jedoch in unvermuteten Augenblicken uns zu berühren vermag.
Eine hervorragende Inszenierung - unbedingt sehenswert!!!
tiXclub 2 years ago
Ich erinnere mich an diesen ersten Abend, den ich in der komischen Oper gewesen war.
hacituradastra 3 years ago
Die Bilder scheinen mir jetzt an einem Ort zu sein, der jener Zeitlichkeit entzogen ist die gleich dem Wind, der über die nächtlichen Dünen der Sahara streicht unmerklich die Konstrukte unserer Erinnerung in das Vergessen trägt. Die Begegnung selbst, die mich zu diesem Abend brachte war zufällig - eine Laune des Sommers und eine Laune zweier Personen deren Lebenslinien für einen flüchtigen Moment zur Tangente des jeweilig Anderen wurden.
hacituradastra 3 years ago
Da saß ich also, neben diesem fremden Mann, vorne auf der Bühne ging der Antiheld mitsamt seines Gefolges - nicht ohne Ironie - zu Grunde. Die Musik füllte den Raum mit ihrer eigenartigen Architektur der Erotik. Irgendwo im Parkett saß ich, überwältigt, losgelöst, so als würde mir all das Subtile in Händels Musik offenkundig werden - die Leidenschaft, die hinter dem Ungesagten liegt und sich dort dem Wort und seiner Interpretation entzieht, sodass wir ihr nur blind und wortlos folgen können.
hacituradastra 3 years ago
Die Grenze meiner Empfindsamkeit schien sich über meine Haut bis in die letzte Faser meiner Kleidung zu erstrecken und so fühlte ich jeden Hauch einer Berührung, ja sogar schon die Vorstellung einer Berührung, die sich durch die zufällige Begegnung meines unbekannten Nachbarn oder mir ergab.
hacituradastra 3 years ago
Ich kannte ihn flüchtig und er sollte mir auch weiter fremd bleiben. Doch diese drei Stunden in denen das Sehnen, das Wünschen, getragen von dieser unnachahmlichen Musik selbst einen Moment der Ewigkeit erfuhr bleiben mir als Gefühl, einem fernen Land gleich nicht fassbar, nicht verstehbar jedoch erfüllt von jener wahrhaftigen Schönheit die nicht willkürlich berührt werden kann, die jedoch in unvermuteten Augenblicken uns zu berühren vermag.
hacituradastra 3 years ago
es war eine tolle vorstellung!stella doufexis ist perfekt in diese rolle!:)
laszw 3 years ago
ich finde es prinzipiell ziemlich schwachsinnig in theater und operetten mit schildern zu arbeiten.
im allgemeinen bin ich fan von klassischen interpretationen. das neumodische denken von intendanten geht extrem leicht schief
rudeEMOboi 3 years ago