Adorno ist vergessen, nicht weil es seinem Werk an Qualität mangele oder er als Philosoph, Autor, Musikwissenschaftler persönlich uninteressant geworden wäre, sondern weil das Projekt Aufklärung fast zugeschüttet, verschüttet wurde. Adornos Denken stört, wenn man es bedenkt, "pflegt", es passt nicht in die profitorientierte, vernünftige Gesellschaft. Am Schicksal seines Werkes mag man den Niedergang ablesen. Das trifft nicht ihn, sondern uns.
daß Adorno den Jazz nicht über den grünen Klee gelobt hat, wie es 99% aller heutigen sogenannten Kultursachverständigen tun, dürfte nicht wenig dazu beigetragen haben, daß man ihn kontrolliert verschüttgehen läßt oder ihn in "Features" dezent verhetzt. Der größte Feind der Kultur ist unser Kulturjournalismus. Die grätschen sich überall hinein mit ihrer angemaßten Definitionshoheit.
Der Umgang mit Adorno war und ist (nicht nur in Deutschland) etwas sagen wir mal "gewöhnungsbedürftig" für einen Denker seines Formats; das kann (und sollte) man sicher hinterfragen und beleuchten ...
Aber Ihren Befund, dass man ihn wegschliesst, den teile ich nicht. Es gibt schon noch ein paar "Macher", die die KT und damit auch Adorno ehren und -viel wichtiger- organisch wachsen lassen: Kluge, Negt, Habermas, H.M.E. u.v.a. -- Adorno lebt!
der umgang mit dem nachlass adornos und der umgang mit seiner kritischen theorie, zeigen doch unmissverständlich den willen der massen, sich bei ihrem tanz um das goldene kalb nicht von analyse und kritik stören lassen zu wollen. adorno wegzuschließen, bedeutet die notwendige fähigkeit zur selbstkritik an den verhältnissen und bedingungen wegzuschließen.
Adorno ist vergessen, nicht weil es seinem Werk an Qualität mangele oder er als Philosoph, Autor, Musikwissenschaftler persönlich uninteressant geworden wäre, sondern weil das Projekt Aufklärung fast zugeschüttet, verschüttet wurde. Adornos Denken stört, wenn man es bedenkt, "pflegt", es passt nicht in die profitorientierte, vernünftige Gesellschaft. Am Schicksal seines Werkes mag man den Niedergang ablesen. Das trifft nicht ihn, sondern uns.
clyt2010 6 months ago 5
@clyt2010
daß Adorno den Jazz nicht über den grünen Klee gelobt hat, wie es 99% aller heutigen sogenannten Kultursachverständigen tun, dürfte nicht wenig dazu beigetragen haben, daß man ihn kontrolliert verschüttgehen läßt oder ihn in "Features" dezent verhetzt. Der größte Feind der Kultur ist unser Kulturjournalismus. Die grätschen sich überall hinein mit ihrer angemaßten Definitionshoheit.
DrHepp 2 months ago
Sie mögen ja tlw. Recht in Ihrem Befund haben:
Der Umgang mit Adorno war und ist (nicht nur in Deutschland) etwas sagen wir mal "gewöhnungsbedürftig" für einen Denker seines Formats; das kann (und sollte) man sicher hinterfragen und beleuchten ...
Aber Ihren Befund, dass man ihn wegschliesst, den teile ich nicht. Es gibt schon noch ein paar "Macher", die die KT und damit auch Adorno ehren und -viel wichtiger- organisch wachsen lassen: Kluge, Negt, Habermas, H.M.E. u.v.a. -- Adorno lebt!
PlacidusPlagiat 9 months ago
der umgang mit dem nachlass adornos und der umgang mit seiner kritischen theorie, zeigen doch unmissverständlich den willen der massen, sich bei ihrem tanz um das goldene kalb nicht von analyse und kritik stören lassen zu wollen. adorno wegzuschließen, bedeutet die notwendige fähigkeit zur selbstkritik an den verhältnissen und bedingungen wegzuschließen.
hypokritable 9 months ago
Danke fürs Hochladen!
mightymoe108 10 months ago
Interessant! : )
jogisoundmovie 1 year ago