Added: 3 years ago
From: reformationposttlc
Views: 2,102
Sort by time | Sort by thread (beta)

Link to this comment:

Share to:

All Comments (24)

Sign In or Sign Up now to post a comment!
  • Die "Grundintension von Marx" wie er sie benennt steckt sehr wohl in der Wertkritik drin - Stichwort die innere, objektive Schranke der Kapitalverwertung. Reiter hingegen versucht das "Sprengen des Kapitals" in die Subjekte hinein zu interpretieren. Das ist durchaus möglich, dass die Subjekte das schaffen können. ABER ist es nicht objektiv folgerichtig und zwingend logisch ableitbar...es vielmehr ein KANN als ein MUSS. es kann auch sein, die Subjekte realisieren diesen Gedanken nicht. was dann?

  • ...versiegt, weil das Kapital auf der Jagd nach Profit die Arbeitszeit zu minimieren trachtet und seine einzige Quelle von Wert damit zuschüttet. Arbeit und Kapital bilden also eine Einheit (!) in Form eines Dipols, der ein Spannungsverhältnis bildet, aus dem sich die innere Dynamik des Kapitals als auch die Geschichte der sozialen Verhältnisse ableiten lassen. Kapitalismus kann quasi ohne diese "Anode" und "Katode" nicht existieren... Leider versteht er das irgendwie anders.

  • Positiv: er gibt sich echt Mühe und denkt intensiv über diese Begriffe nach!

    Kritisch zu sehen ist: er versteht und interpretiert Marx problematisch, weil er missversteht, wie sich Arbeit zum Kapital verhält!!! Beides sind Kategorien, die sich nicht als Gegensatz gegenüberstehen so wie er das meint, sondern sie sind viel mehr die beiden Seiten der gleichen Medaille. Marx zeigt gerade in den Grundrissen, dass Arbeit die Quelle des Kapitals ist, die mit der Zeit quasi...

  • @Ameisenwelle

    Das mit der Medaille hast du doch von Postone geklaut! ;)

    Nein,Spaß stimme dir da zu.

    Insofern wird auch das "Proletariat" (wenn man vereinfacht auf einer solch plumpen Klassentheorie stehen bleiben will) natürlich positiv besetzt mit dem Begriff der Arbeit, der als transzendente überhistorische Notwendigkeit interpretiert wird, was den Marxschen Arbeitsbegriff verstümmelt und eine grundlegende Kritik an den bestehenden Verhältnissen unmöglich macht und die "Kapitalisten"...

  • @Ameisenwelle

    ...als das Kapital ,das den natürlichen Feind darstellt, der aufgrund des Glaubens das ach so revolutionäre Subjekt (welches ebenso wie die "Bösen" an das Kapital gebunden ist, im Gegensatz zum ersten aber seine Grundbedingung darstellt ) würde die Welt dadurch ,dass es sich aneignet, was es konstituiert, das Privateigentum retten.Aus so einem Arbeitsbegriff entstanden Systeme wie der Realsozialismus.

    Dann doch lieber eine Wertkritik die schwarz malt.

  • @PuristBeats

    Ein "konstituiert" fehlt.

  • Ich werde einfach mal ein paar Kritiken an der Wertkritik in die Videobeschreibung aufnehemen. Dann können wir ja darüber streiten. So wie im Moment macht es sicher keinen Sinn. Schreib mir ausführlich ins Gästebuch, wenn du willst.

  • Aha, du möchtest darauf hinaus, dass man im Klassenkampf gegen die Charaktermasken des Kapitals vorgehen muss, was dann zwangsläufig in Antisemitismus endet?! Diese Diskussion ist mir wirklich zu blöd. Wer gegen das Kapital vorgeht (und das muss man wohl, wenn man den Kapitalismus abschaffen will), muss auch gegen seine Charaktermasken vorgehen. Das ist aber etwas anderes als Vernichtungswahn.

  • @reformationposttlc

    Nein, der Wert und die Warenform müssen angegriffen werden...denn sie bilden die Basis (-> das Abstrakte ) für die bestehenden Verhältnisse.

  • Seine "Kontinuität" ist nichts weiter als die alte Klassenkampf-Parole, legitimiert durch seine Entfremdungstheoreme. Er stellt den Bruch mit dem System, (notwendig, eben weil es irrationaler Selbstzweck ist), lieber zurück, um dann wieder auf die Arbeiter-gegen-Kapitalisten-Sc­hiene zu wechseln.

    Das ist eben das Merkwürdige: Er selber hat eigentlich gar nichts gegen eine Wertkritische Lesart einzuwenden, bis zu dem Punkt, wo man nun endlich Schluss machen will mit dem Arbeitermarxismus.

  • Sorry, jetzt wird's langsam etwas wirr. Das Insistieren auf der antagonitischen Natur der Gesellschaft steht plötzlich einem "Bruch mit System" entgegen?! Und das soll dann "Arbeiterbewegungsmarxismus" sein?! (Unabhängig davon, dass selbst wenn es so wäre... es läge immer noch kein Argument vor). Vielleicht solltest du eher Luhmann als Marx lesen. Kapitalismus ohne Klassenkampf ist mit Marx nicht zu machen.

  • Entschuldige bitte, so unverständlich kann es doch gar nicht sein.

    1. Ich sagte ja schon: Entfremdung schön und gut, daraus jedoch einen emanzipatorischen Klassenkampf ableiten zu wollen ist grob gesagt affirmativer Müll.

    2. Anscheinend beschäftigst du dich eher mit der "Kritik der Wertkritik",als überhaupt mit der WK. Denn Arbeitermarxismus ist kein "Kampfbegriff, nicht einmal bei Kurz und vor Allem nicht etwa bei Heinrich.

  • Doch, es ist ziemlich unverständlich wenn du dich weigerst, deine Begriffe mit Inhalt zu füllen. Heinrich verwendet den Begiff "Weltanschauungsmarxismus", den er klar mit Kautsky indentifiziert (Heinrich ist, by the way, auch kein Wertkritiker). Bei Kurz bezeichnet der Begriff einfach Leute, die am Klassenbegriff festhalten. Insofern war Marx natürlich der erste Arbeiterbewegungsmarxist. Und danach Adorno, Benjami, Korsch, Pannekoek, Panzieri... alles Arbeiterbewegungsmarxisten. Danke Robert!

  • Er stellt vielmehr eine historische Bewegung/Lesart des Kapitals dar. Ich verstehe daher auch nicht, was dein Problem ist. Würde Reitter nicht ständig den Versuch unternehmen, Klassenkampf-Rhetorik mit der Marxschen "Kritik der pol. Ökonomie" zu verbinden, könnte man ihn problemlos als Wertkritiker bezeichnen.

  • Warum tut er das wohl?! Weil er den "epistomologischen Bruch" im marxschen Werk für Quatsch hält. Den haben die Wertkritiker eingeführt, damit sie sich weiterhin auf Marx beziehen können. Anstatt einfach frank und frei zuzugeben, dass sie sich in die lange Reihe der "Marxverbesserer" einreihen. Marx hat auch nach dem Kapital am Klassenkampf festgehalten (s. z.B. den Zirkularbrief an Bebel)

  • Noch eine Sache, habe mir gerade ein paar ältere Kommentare angesehen. Ich wollte mal eine kleine Provokation hinterherschieben, weil das "gegen die Interessen des KAPITALS [handeln]" ein großer Unterschied ist im Vergleich zum Handeln gegen das Interesse der Kapitalisten.

    Vielleicht liegt ja hier das Problem, das du hast:

  • Gegen die ersten Interessen handeln, bedeutet nämlich gegen jede Profitlogik zu handeln, während das Zweite bedeutet, ein bestimmtes, personalisiertes Interesse zu bekämpfen.

    Während das zweite der sog. Klassenkampf ist, macht das Erste, grob gesagt, den Bruch aus, denn Profitlogik zu beenden bedeutet die negative Auflösung.

  • Im Übrigen habe ich gar nicht viel gegen dein Zitat einzuwenden. Sicher ist jedoch auch, dass diese "innere Schranke" keiner eindeutigen Beweisführung zugrunde liegt (womit ich übrigens eine Stellung außerhalb der Wertkritik einnehme)

  • Was ich damit sagen will, ist nur, dass Reitters "interpretation" derMarxschen Dialektik offensichtlich historisierend ist. Dadurch "windet" er sich sozusagen an einer fundamentalen Kritik des Kapitalismus vorbei, indem er das Kapitalverhältnis auf der Einen und das ontologisierte Wertverhältnis auf der anderen Seite betrachtet.

  • Willst du sagen, Reitter ist gewissermaßen Proudhonist, der die "gute" Naturbestimmung Wert vom "schlechten" Kapital befreien will? Im Sinne eine "einfachen Warenproduktion"? Wo hast du das rausgehört? Vorweg: Das kann ich mir eigentlich schwer vorstellen. Reitter hat die Dissertation von Nadja Rakowitz zu diesem Thema recht genau rezipiert.

  • Ja, das wäre sicherlich zuviel des Guten. Offensichtlich ist jedoch, dass der "Klassenkämpfer" in Herrn Reitter immer wieder in alte "vulgärmarxistische" Positionen zurückfällt.

    Das kann man vor allem in deinem Kontinuität oder Bruch-Video sehen, indem er die, ich sage mal plump, soziologischen Entfremdungselemente mit dem Kapitalverhältnis an sich vermischt, nur um wieder auf den überholten Arbeitermarxismus zu kommen.

  • Also, tut mir leid, ich würde ja gerne mit dir diskutieren. Aber du wechselst permanent den Diskussionsgegenstand. Inwieweit vermischt Reiter Entfremdung mit dem Kapitalverhältnis?! Er weist doch nur auf mögliche Kontinuitätsmomente hin? Und was soll "Arbeiterbewegungsmarxismus" heißen? (Abgesehen davon, dass es ein wertkritischer Kampfbegriff ist, mit dem man alles diffamiert, was einem nicht passt; unabhängig vom Inhalt)

  • Damit wird vor Allem Reitters historisierende Lesart von Marx selber demontiert.

    2. Die Gegenüberstellung von Gebrauchswert der Arbeitskraft und Tauschwert des Kapitalverhältnisses mag nun ganz schön für Herrn Reitter erscheinen - aber wer das Kapital liest, wird unmöglich auf eine Interpretation a la Reitter kommen - es sei denn er ist schon vorher im Sinne eines rückwärts gewandten Arbeitermarxismus hängen geblieben.

  • Tut mir leid, aber ich verstehe deinen Kommentar schlichtweg nicht. Wieso ist Marx ernst nehmen und Marx schlichtweg zitieren das selbe?! Das der Cliptitel nicht ganz trifft, ist hier ja schon diskutiert worden. Als Provokation scheint er ja ganz gut zu funktionieren...

  • Tatsächlich zitiert Reitter die "Grundrisse" und nicht das "Kapital". Aber im Kapital steht kaum etwas, was dieser Interpretation widerspricht. "Das Kapitalmonopol wird zur Fessel einer Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Koncentration der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigenthums schlägt." (791)

  • Das ist ja nun wirklich nicht besonders gut dargelegt. Eine Kritik der Wertlritik ist es nun schon gar nicht.

    Wenn Herr Reitter schon so gerne ganz eng an Marx bleiben möchte, wieso dann nicht so:

    "An und für sich handelt es sich nicht um den höheren oder niedrigeren Entwicklungsgrad der gesellschaftlichen Antagonismen, welche aus den Naturgesetzen der kapitalistischen Produktion entspringen. Es handelt sich um diese Gesetze selbst (...)"

  • Danke Dir für den Hinweis! Jeder Aspekt hilft weiter u. wird von mir gerne ausgeleuchtet...

    Soweit ich die WK kenne und verstehe, ist Sozialismus Kapitalismus, basiert also auch auf Warenform, Geldform usw.

    Kommunismus hingegen nicht mehr. Hat es daher auch noch in keinem Land der Erde gegeben. Der Begriff gilt eher als histor. festgelegt auf Personendiktaturen; hat also mit der Idee von Marx wenig zu tun...eher ein Irrweg sozusagen. Was Reitter darunter darunter versteht - da hör ich gern zu!

  • Mh, also ich habe das jetzt zig mal angehört....verstehe aber nicht so richtig, was er eigentlich will. Ich habe den Eindruck, er hat die Wertekritik entweder nicht vollständig oder irgendwie anders verstanden. Zugegeben, das Thema ist auch nicht so einfach... Kann jemand hier helfen???

    Bei der 2. Aussage stimme ich zu. Aber der 1. Teil stimmt in Bezug auf die WK einfach nicht. Da sollte er sich die exit Redaktion mal anschauen. Da wird das ausführlich thematisiert, z.B. durch Robert Kurz

  • Ich habe das video nur zweimal angeschaut und habe nicht vor nocheinmal auf "play" drücken. Nicht nur das Qualität der Audiospur nicht optimal ist; Reitter scheint keine Faden zu haben, an den er sich hält. Ich geb dir recht, bei deinem Eindruck, dass da irgend etwas wirr ist.

    Bye the way: Das Video heißt Kritik der Wertkritik. Ich habe keine Ahnung, was dieses Video damit zu tun haben soll. Es steht ja nicht einmal der kurze Vorspann im Einklang mit dem Titel.

  • Das einzige Mal, an dem er von Wertkritik spricht (etwa 1:10) interpretiert er Marx: Dieser habe die Möglichkeit der Emanzipation im Kapitalverhältnis selbst gesucht. Die Wertkritik habe das aus den Augen verloren. Dazu ist zu sagen: Wenn Reitter damit die "ArbeiterInnenklasse" immernoch als revolutionäres Subjekt priorisiert, ist ihm schwerlich zu helfen. Das ganze 20. Jh. kann - unter marxistischen Gesichtspunkten - als eine Desillusionierung über das revolutionäre Subjekt gelesen werden

  • Danke Dir! Das deckt sich mit meinem Eindruck...hatte schon fast an mir zu zweifeln begonnen. ;o)

  • Es ist ja nicht so, dass man in einem vierminütigem Video jetzt eine fundamentale Kritik loswerden kann. Ich wollte einfach hervorheben, dass Reitter im Ggs. zur Wertkritik den Kommunismus noch als Verkehrsfrom im Kapitalismus fast. "Die Bewegung die den jetzigen Zustand aufhebt". Das findet in der Wertkritik kaum noch statt. Um eure angebliche Abgeklärtheit über das "revolutionäre Subjekt" etwas zu erschüttern, empfehle ich euch Beverly Silvers "Forces of labour" zur Lektüre.

  • Da auch mir "angebliche Abgeklärtheit" vorgeworfen wird will ich ein paar worte dazu verlieren; Die unterteilung in rev. subj. und ausbeutende klasse war schon bei Marx ideologie. Denn daraus wird - im subtext versteht sich - eine moralische aufwertung gefolgert. Das hat sich historisch-objektiv blamiert. Wer sagt denn, dass die "ArbeiterInnenklasse" sich mehr um die besserung der diesseitigen Belange kümmert als die "KapitalIstinnenklasse"? Ist so etwas empirisch nachzuweisen?

  • Wieso impliziert das Insistieren auf eine rev. Subj. denn einen Moralismus?! Es wird doch lediglich konstatiert, dass es sich beim Kapitalismus um eine antagonistische Gesellschaft handelt. Zwei Klassen haben unterschiedliche Interessen, Lohn oder Mehrwert. Was ist moralisch daran, dieses Fakt zu nennen. Die Wertkritik macht ihrerseits einen Moralismus daraus, denn hier darf man gar nicht mehr gegen die Interessen des Kapitals vorgehen. Das könnte dem Kapital ja weh tun...

  • Außerdem impliziert das Insitieren auf das rev.Subj. noch lange nicht, dass man die Arbeiter als die "good guys" sieht, die immer Recht haben. Sowas kommt vielleicht bei Arbeitertümlern der DKP vor. Drittens: Irgendwie ist es doch banal zu sagen, die Arbeiterklasse habe sich "historisch-objektiv" blamiert. Wer würde bestreiten, dass der Klassenkampf noch nicht zum Kommunismus geführt hat?! Das beweist aber noch gar nichts.

  • Ich werde demnächst noch ein paar Videos von Reitter zur Frage "Junger vs. alter Marx" hochladen. Dann wird das vielleicht etwas verständlicher.

  • Und in der ablehnung der klassenschranken im hinblick auf praxisfragen sehe ich einen vorzug der wertkritik von "exit". Ich habe auch gar nichts dagegen, videos von Reitter ins netz zu stellen. Nur war die wahl des titels nicht zutreffend und die argumentation von Reitter etwas wirr.

    Weitere Videos sind mir willkommen.

Loading...
Alert icon
0 / 00Unsaved Playlist Return to active list
    1. Your queue is empty. Add videos to your queue using this button:
      or sign in to load a different list.
    Loading...Loading...Saving...
    • Clear all videos from this list
    • Learn more