Ich muss mich korrigieren: es ist keine Eigenschaft des Menschen, mitleidlos zu sein. Er ist in der Lage, frei zu entscheiden. Es ist ihm unmöglich, das Leid seiner Mitmenschen zu ignorieren. So wäre es ihm auch unmöglich, einen "notwendigen Tod" (z.B. bei der Trennung Siamesischer Zwillinge) als erforderlich abzuhaken. Dies unterscheidet ihn vom Übermenschen. Dem Übermenschen ist alles, was das System erfordert, gut, denn er fühlt sich beschützt. Dies ist seine "Freiheit".
Ok. Ich habe mich noch nicht mit Nietzsche in Verbindung gebracht. Was er da so schreibt, lässt auf seine Persönlichkeit schließen. Es gibt da einen Denkfehler: Ein freier Mensch ist kein Übermensch, er hat aber diese da beschriebenen Eigenschaften. Mit dem Verlust der menschlichen Gemeinschaft (der sog. "liebe Gott") hält der andere Gott Einzug: das Gesetz, auch genannt "die Lüge" oder "die Ordnung". Der Übermensch ist kein freier Mensch, sondern der Nutznießer aus der Lüge, systemkonfiguriert.
Das Ganze ist doch sehr oberflächlich. "Gott" ist keine Schöpfung des menschlichen Unverständnisses, die Welt zu erklären, sondern ein Ausgeburt des Ressentiments der Schwachen und Minderwertigen, um eine Begriffskeule zu haben, mit denen diese ewig Neidischen, Aufwärts-Hassenden auf die selbstherrlich-gesunden Arier und Herrenmenschen einschlagen können. -
@Vereinstein Dem muss ich grundsätzlich zustimmen, dennoch möchte ich klarstellen, dass Nietzsche keine Herrenmoral befürwortete. Er teilte die beiden Extreme der Moral in Herrenmoral und Sklavenmoral (die der Christen) auf. Beide dieser Extreme verabscheute er, wobei er die Sklavenmoral vermutlich noch mehr hasste. Vielmehr möchte er die Menschen zum Dezisionismus erheitern, um in jeder ethischen Situation neu zu entscheiden, sodass es keiner festen Moral bedürfe.
@FriedrichNietzsche1 Der starke, von den seelisch starr machenden und somit zum strengen Korsett vorgefertigter „Weltanschauungen“ verführenden Krämpfen des Ressentiments freie Mensch folgt seinem inneren Drange zur Macht, den er selbstherrlich als Maßstab setzt – er schafft die Moral durch sein Handeln ständig neu, prüft nicht wie der lebensschwache Christ, ob dieses mit dem „Sittenkonsens“ übereinstimmt, sondern spürt Recht und Moral in der siegessicheren Gewißheit seines Handeln selbst.
Der Unterschied zum Dezisionismus besteht darin, daß dieser nur auf das Sich-Entscheiden selbst Wert legt, sich bei diesen Entscheidungen aber sehr wohl an äußerlich vorgegebenen Maßstäben (ob es nun christliche, modern-ideologische odere andere sind) orientieren kann. Der freie, starke Mensch hingegen trägt sein moralisches Gesetz in sich selbst. –
Guter Beitrag!!
derwillmehrsein 2 weeks ago
Ich muss mich korrigieren: es ist keine Eigenschaft des Menschen, mitleidlos zu sein. Er ist in der Lage, frei zu entscheiden. Es ist ihm unmöglich, das Leid seiner Mitmenschen zu ignorieren. So wäre es ihm auch unmöglich, einen "notwendigen Tod" (z.B. bei der Trennung Siamesischer Zwillinge) als erforderlich abzuhaken. Dies unterscheidet ihn vom Übermenschen. Dem Übermenschen ist alles, was das System erfordert, gut, denn er fühlt sich beschützt. Dies ist seine "Freiheit".
CrazyCrazyCrazyZero 3 months ago
Ok. Ich habe mich noch nicht mit Nietzsche in Verbindung gebracht. Was er da so schreibt, lässt auf seine Persönlichkeit schließen. Es gibt da einen Denkfehler: Ein freier Mensch ist kein Übermensch, er hat aber diese da beschriebenen Eigenschaften. Mit dem Verlust der menschlichen Gemeinschaft (der sog. "liebe Gott") hält der andere Gott Einzug: das Gesetz, auch genannt "die Lüge" oder "die Ordnung". Der Übermensch ist kein freier Mensch, sondern der Nutznießer aus der Lüge, systemkonfiguriert.
CrazyCrazyCrazyZero 3 months ago
Das Ganze ist doch sehr oberflächlich. "Gott" ist keine Schöpfung des menschlichen Unverständnisses, die Welt zu erklären, sondern ein Ausgeburt des Ressentiments der Schwachen und Minderwertigen, um eine Begriffskeule zu haben, mit denen diese ewig Neidischen, Aufwärts-Hassenden auf die selbstherrlich-gesunden Arier und Herrenmenschen einschlagen können. -
Vereinstein 9 months ago
@Vereinstein Dem muss ich grundsätzlich zustimmen, dennoch möchte ich klarstellen, dass Nietzsche keine Herrenmoral befürwortete. Er teilte die beiden Extreme der Moral in Herrenmoral und Sklavenmoral (die der Christen) auf. Beide dieser Extreme verabscheute er, wobei er die Sklavenmoral vermutlich noch mehr hasste. Vielmehr möchte er die Menschen zum Dezisionismus erheitern, um in jeder ethischen Situation neu zu entscheiden, sodass es keiner festen Moral bedürfe.
FriedrichNietzsche1 8 months ago
@FriedrichNietzsche1 Der starke, von den seelisch starr machenden und somit zum strengen Korsett vorgefertigter „Weltanschauungen“ verführenden Krämpfen des Ressentiments freie Mensch folgt seinem inneren Drange zur Macht, den er selbstherrlich als Maßstab setzt – er schafft die Moral durch sein Handeln ständig neu, prüft nicht wie der lebensschwache Christ, ob dieses mit dem „Sittenkonsens“ übereinstimmt, sondern spürt Recht und Moral in der siegessicheren Gewißheit seines Handeln selbst.
Vereinstein 7 months ago
Der Unterschied zum Dezisionismus besteht darin, daß dieser nur auf das Sich-Entscheiden selbst Wert legt, sich bei diesen Entscheidungen aber sehr wohl an äußerlich vorgegebenen Maßstäben (ob es nun christliche, modern-ideologische odere andere sind) orientieren kann. Der freie, starke Mensch hingegen trägt sein moralisches Gesetz in sich selbst. –
Vereinstein 7 months ago
Da hab ich mir sogleich mal "Also sprach Zarathrustra" gekauft. :-)
centurio81 11 months ago
Vergessen überwinden?
heliozentrismus 11 months ago