Added: 2 years ago
From: spitfiree
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  • wie formulierte es Rosa Luxemburg: "Krieg dem Kriege"

  • @spitfiree

    Ich hab es mir zunächst mal Audiodatei angehört. Ingo Elbe - wow - gefällt mir sehr gut!!! Er denkt und argumentiert sehr logisch, wie man das auch von Robert Kurz kennt. Er deckt sogar bei ihm noch verbesserungswürdige Ungenauigkeiten auf. Das sind zwar nur Feinheiten im Mischmasch hoher Abstraktionsebenen - aber das muss erstmal jemand schaffen! Respekt!!! Die beiden ergänzen sich optimal und können sich gegenseitig beflügeln und korrigieren. Echt Klasse!!!

  • @spitfiree

    Nach meiner Wahrnehmung ist das bei Kurz nicht so. Er stellt das lediglich hier nicht in den Mittelpunkt, was dadurch durchaus den Eindruck erwecken könnte. Im "Schwarzbuch Kap." hingegen geht er stärker darauf ein, wie sich Kapitalismus aus dem Feudalismus entwickelt hat. Da wird besser deutlich, dass das Unterdrücken der meisten Menschen ebenso der Sinn der neuen Konstitution ist wie das Ausbeuten ihrer Lebensenergie zugunsten einer neuen Elite (Bourgeoisie anstatt Adel).

  • @Ameisenwelle Alleine das Label Wertkritik zeigt doch schon den Schwerpunkt. Das eigentlich traurige ist aber, dass die selbsternannte "Wertkritik" einen falschen, mystizistischen Wertbegriff hat und daher auch ziemlich romantische Kommunismus-Vorstellungen. Ingo Elbe hat das in seinem "Marxismus-Mystizismus"-Artike­l sehr schön auseinandergenommen.

  • Einem so weisen ätzend polemischen Theoretiker wie Kurz fällt nur der linke Fetish des "Widerstands" ein. Genau das ist das Problem, die absolut mangelnde Lösungskompetenz der Linken. Die kommen dann immer mit dem Volksaufstand. oder dem Protest Was dann wie passieren sollte, wer dann wie reagieren sollte, dafür gibt es keinen Plan. Da reicht denen die erhebende Empörung der Massen.

  • @bimhimbim Kurz hat bzgl. Revolutionstheorie tatsächlich wenig Ahnung. Die radikale Linke generell ist da aber schon deutlich weiter. Ausgehend von der Staatsableitungsdebatte und der Hegemonietheorie nach Gramsci/Poulantzas lässt sich eine Strategie formulieren, die sowohl Lehren aus den autoritären leninistischen Revolutionen, dem Reformismus der Sozialdemokratie, sowie den anarchistischen Versuchen zieht, welche allesamt als gescheitert gelten können.

  • @bimhimbim Zusammengefasst muss der Staat demokratisch übernommen werden, darf jedoch nicht einfach die alten Institutionen abschaffen, da sonst ein Vakuum entsteht, wo sich all zu gern die Bürokratie einnistet. Die Aufgabe einer linken revolutionären Partei an der Macht wäre hingegen Freiräume für die Selbstorganisation der Massen zu schaffen und finanziell, wie medial den Aufbau neuer gesellschaftlicher Vermittlungsformen zu fördern.

  • @bimhimbim . Konkret hieße das z.B. im Fall von Betriebsbesetzungen sofort die Eigentümer zu enteignen, das Unternehmen den Arbeitern zu übergeben und die Selbstverwaltung zu unterstützen. Ansatzweise lässt sich das in Venezuela verfolgen, wo die basisdemokratischen kommunalen Räte zunehmend die öffentliche Verwaltung übernehmen, Arbeiterkooperativen gründen & koordinieren, stillgelegte Fabriken übernehmen usw. Wird Zeit das auch mal hierzulande anzugehen,

  • @spitfiree Die einzigen, die zur Zeit Kooperativen bei uns gründen sind FDP-Eltern, die einen Kindergarten haben wollen. Dazu braucht man natürlich Erfahrung. Die Idee des "Eisenbahn für die Eisenbahner" usw. ist doch etwas überholt und theoretisch unbefriedigend. Kurz sagt ja klar, dass es systemisch sei und kein Managementproblem.

  • @bimhimbim Wieso überholt? Was schlägst du denn vor? Ich begreife diese Maßnahmen als ersten Schritt zu einer Vergesellschaftung der Produktionsmittel und sehe keine Alternative das Systemproblem anders zu lösen, als durch kollektive Selbstorganisation und per Try & Error neue Formen zu entwickeln.

  • @spitfiree Lies mal bei Mises Die Gemeinwirtschaft, ein scharfer Kritiker sozialistischer Ansätze, und der stellt das alles säuberlich dar, was es so an Ansätzen gibt. Im Kurzschen Sinne könnte man als "Keimform" des anderen vielleicht die Kompetenz der Bildung von alternativen Institutionen sehen.

  • @bimhimbim Mises einzig vernünftiges Argument bezieht sich auf die angebliche Unmöglichkeit einer rationalen Wirtschaftsrechnung im Kommunismus. Einen vernünftigen "gemeinsamen Ausdruck" von "Stunden verschieden qualifizierter Arbeit und anderer Dinge" (Mises) konnte der traditionelle Marxismus mit seiner zentralistischen Kommandowirtschaft tatsächlich nicht finden, weil dem Moment der Subjektivität nicht genügend Rechnung getragen wurde.

  • @spitfiree Klar, brauchen wir nicht drüber zu reden, nur: bevor das Baby geschlachtet wird, wird es sauber tranchiert. Kritiker eignen sich immer ganz gut, um einen Überblick zu erhalten, und zu sehen, was es schon gab.

  • @bimhimbim Neuere Ansätze im Rahmen und in Tradition der Neuen Marx-Lektüre seit den 60ern unterscheiden sich diesbzgl fundamental von älteren Theorien. Stichworte wären: logisch-systematisch Methode oder monetäre Werttheorie. Es würde zu weit führen, das hier auszubreiten, aber bei Interesse kann man das gern per PN weiterführen.

  • @DerStaubsauger

    Gerade Robert Kurz kann sehr wohl zwischen Sinnhaftigkeit des typisch systemimmanenten Klassenkampfes und dem Ringen um eine ernsthafte, neue und anders konstituierte Gesellschaft sehr gut unterscheiden.

    siehe: exit-online(.)org und dort unter "Schwerpunkte" und dem Punkt "Der doppelte Marx - Kritik des Traditionsmarxismus" der Artikel "Wir haben ihn so geliebt den Klassenkampf“

  • @Ameisenwelle Wobei Kurz verkennt, dass die Klassentrennung für den Kapitalismus genauso konstitutiv ist, wie die Vermittlung durch den Wert.

  • er hat ja so recht n ur unsere Politiker wollen von alle dem nichts wissen

  • Kurz verwendet wiederholt das so eingängige Zauberwort "sozialer Widerstand" und meint damit natürlich den üblichen, den der Staat auszuhalten bereit ist, ohne seine Exekutive bemühen zu müssen: Plakate, Trillerpfeifen, Lautsprecherkundgebungen ... bis hin zur Bundestagswahl - "diesmal aber richtig wählen!". Ein Neuaufguß des immer Gleichen, gemäß dem Motto: man muß nur oft genug mit dem Kopf gegen das Hindernis anrennen, bis es irgendwann genug hat und nachgibt. Ob das mal klappt?

  • Bei aller berechtigten Kritik an ihm - das meint er sicher nicht. Zitat aus dem Schwarzbuch Kapitalismus:

    "Andererseits bedarf es des regelrechten Aufstandes, der Rebellion gegen die kapitalistische Krisenverwaltung (...).

    Der kürzeste Weg wäre die Besetzung der Produktionsbetriebe(...) durch eine Massenbewegung(...)"

  • Comment removed

  • não entendo lhufas!!!

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